„Gut“, sagte der begütigend, „wir schauen nur noch kurz bei einem meiner Freunde herein und kehren dann zurück.“

„Ich will zu keinem Menschen mehr gehen.“

„Es ist auf dem Wege. Ich halte mich dort nicht lange auf.“

Christo bezahlte und trat mit Ichtiander auf die Straße. Schwer atmend, mit gesenktem Kopf ging Ichtiander dicht hinter seinem Diener, vorbei an weißen Häusern, vorbei an Gärten, in denen Kakteen, Oliven- und Pfirsichbäume üppig sprossen. Der Indianer lenkte beider Schritte zu seinem Bruder Balthasar, der am neuen Hafen wohnte.

Am Meer sog Ichtiander gierig die feuchte Luft ein. Am liebsten hätte er die Kleider heruntergerissen und wäre ins Wasser gesprungen.

„Gleich sind wir da“, beruhigte Christo und beobachtete besorgt seinen Begleiter.

Sie überquerten einige Eisenbahnschienen und betraten schließlich einen düsteren Laden. Als sich Ichtianders Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, blickte er sich erstaunt um. Er fühlte sich auf den Meeresgrund versetzt. Die Regale und der Fußboden waren mit großen gewundenen Muscheln und Korallen bedeckt. Von der Decke hingen Seesterne, ausgestopfte Fische, getrocknete Krabben und allerlei Meeresgetier. In einem Kästchen lagen rosagefärbte Perlen. In dieser vertrauten Umgebung beruhigte sich Ichtiander allmählich.

„Hier ist es kühl und ruhig“, sagte Christo, „erhol dich“, — und schob Ichtiander einen geflochtenen Stuhl hin.

„Balthasar! Guttiere!“ rief der Indianer, „Bist du es, Christo?“ erwiderte eine Stimme aus dem Nebenzimmer. „Komm her, altes Haus!“

Christo bückte sich, um durch die niedrige Tür das andere Zimmer zu betreten. Dies war Balthasars Laboratorium, in dem er durch Feuchtigkeit verfleckte Perlen behandelte. In einem schwachen Säurebad erhielten sie neuen Glanz. Christo schloß hinter sich sorgfältig die Tür. Schwaches Licht fiel durch eine Dachluke ein und ließ die Umrisse von Glaskolben und Glasschalen auf dem alten schwarzen Tisch erkennen.



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