„Guten Tag, Bruder, wo ist Guttiere?“

„Sie ging zur Nachbarin, ein Bügeleisen zu leihen. Hat bloß noch Bändchen und Spitzen im Kopf, wird gleich wieder zurück sein“, antwortete Balthasar.

„Und Surita?“ fragte Christo ungeduldig.

„Der verdammte Kerl ist irgendwohin verschwunden, wir haben uns gestern verkracht.“

„Alles wegen Guttiere?“

„Surita hat sich vor ihr wie ein Wurm gewunden. Aber sie sagte nur: Ich will nicht! Was soll man mit ihr machen? Lauter Launen! Widerspenstig ist sie und eingebildet. Versteht nicht, daß jede Indianerin, auch die Schönste, vor Glück verginge, wenn solch ein Mann sie heiraten wollte. Einen eigenen Schoner hat er, eine eigene Mannschaft.“ Balthasar brummte und behandelte seine Perlen. „Surita säuft jetzt vor Ärger.“

„Was sollen wir denn machen?“ fragte Christo.

„Hast du dieses komische Wesen dabei?“ Balthasar verhielt sich ungeduldig.

„Ja, es wartet draußen.“

Balthasar trat zur Tür und spähte gespannt durch das Schlüsselloch. „Ich sehe ihn nicht“, sagte er leise.

„Er sitzt doch vor der Theke.“

„Nichts, da ist Guttiere.“

Balthasar öffnete die Tür und betrat mit Christo den Laden.

Ichtiander war nicht da. In einer dunklen Ecke stand Guttiere, Balthasars Pflegetochter. Das Mädchen war wegen ihrer Schönheit weit über die Gegend des neuen Hafens bekannt. Aber sie gab sich schüchtern und eigensinnig. Oft genug sagte sie mit ihrer schwingenden Stimme: „Nein.“

Pedro Surita gefiel Guttiere, er wollte sie heiraten. Und der alte Balthasar war nicht abgeneigt, sich mit dem reichen Mann zu verschwägern, sein Kompagnon zu werden.



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