
Ichtiander drehte sich auf den Bauch und schwamm zum Ufer, blieb unter Wasser und setzte sich zwischen die Felsplatten unweit der Sandbank. Dort stiegen die Fischer ins Wasser, um ihre Boote an Land zu ziehen. Ichtiander vergnügte sich an den eigenartigen Spiegelungen. Ein Fischer stand bis zu den Schultern im Wasser und erschien wie ein kopfloses Wesen mit vier Beinen. Näherten sich die Menschen aber dem Ufer, so sah Ichtiander sie wie in einer Kugel von Kopf bis Fuß. Deshalb gelang es Ichtiander auch stets fortzuschwimmen, bevor die Menschen ihn wahrnehmen konnten.
Menschen. Er hatte genug von ihnen. Mit den vergnügten und klugen Delphinen lebte es sich besser.
Fern im Süden ist eine kleine geschützte Bucht. Riffe und Sandbänke verhindern den Schiffen den Zugang. Das Ufer ist steil und felsig. Weder Fischer noch Perlensucher gelangen hierher. Der flache Grund ist von einem seltsamen Gemisch teppichartig verwachsen, in dem sich unzählige Fische tummeln.
Viele Jahre nacheinander wählte ein Delphinweibchen dieses ruhige Wasser, um ihre Jungen zu gebären, zwei, vier, manchmal auch sechs. Ichtiander erfreute sich an den Delphinkindern. Stundenlang konnte er sie verborgen in den Schlingpflanzen beobachten. Er fing kleine Fische und fütterte die Delphinbabys. Allmählich wurden sie ganz zahm; und auch die Mutter gewöhnte sich an ihn. Er konnte schon mit den Kleinen zusammen spielen, sie ließen sich fangen und in die Höhe werfen. Es schien ihnen zu gefallen, denn sie wichen nicht von seiner Seite.
Als diese Delphinmutter einmal wieder Junge hatte, dachte Ichtiander: Warum soll ich nicht einmal Delphinmilch kosten? Unbemerkt schlich er sich unter das Muttertier, umfaßte es mit seinen Armen und begann, die Milch zu saugen, die einen starken Fischgeschmack hatte. Der Delphin erschrak und floh. Seine Jungen zerstreuten sich und taumelten suchend umher.
