Ichtiander bemühte sich, die Kleinen zusammenzutreiben, bis schließlich die Mutter wieder erschien und sie in die Nachbarbucht führte. Es dauerte viele Tage, bis Vertrauen und Freundschaft wiederhergestellt waren.

Christo regte sich nicht umsonst auf. Ichtiander hatte sich drei Tage nicht blicken lassen. Müde, bleich, aber zufrieden kehrte er schließlich zurück. „Wo hast du gesteckt?“ fragte der Indianer streng, dennoch sichtlich erfreut über Ichtianders Wiederkehr.

„Auf dem Grund.“

„Und warum bist du so blaß?“

„Ich — ich bin fast umgekommen.“ Ichtiander log zum ersten Mal im Leben und erzählte Christo ein Erlebnis, das er viel früher einmal gehabt hatte.

In der Tiefsee gibt es eine felsige Hochebene, in deren Zentrum sich eine Vertiefung befindet — ein Gebirgssee unter dem Meer.

Ichtiander schwamm über diesen See und wunderte sich über die ungewöhnliche hellgraue Färbung des Wassers. Er ließ sich tiefer hinunter und blickte sich um. Zu seinem Erstaunen erblickte er einen Friedhof für die verschiedensten Meerestiere — vom kleinsten Fisch bis zu Haien und Delphinen. Es gab auch frische Opfer, aber es wimmelte in ihrer Nähe nicht, wie sonst, von räubernden Krabben und Fischen. Alles war tot und starr. Nur einige Gasblasen sprudelten zur Oberfläche auf.

Ichtiander schwamm an der Grenze der Senke, tauchte noch etwas tiefer und verspürte plötzlich einen scharfen Schmerz in den Kiemen, Atemnot und Schwindel. Fast verlor er die Besinnung, sank hilflos immer weiter und fiel schließlich auf den äußersten Rand der kraterartigen Vertiefung. Es hämmerte in seinen Schläfen, das Herz pochte wild, und rote Nebel wogten ihm vor Augen. Hier war von niemand Hilfe zu erwarten.

Plötzlich bemerkte Ichtiander einen Hai, der sich in Krämpfen wand und hinabsank. Wahrscheinlich hatte der Raubfisch ihn selbst verfolgt, bis er in diese tödlich vergifteten Gewässer gelangt war.



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