Der Leib und die Flanken wurden aufgetrieben und fielen zusammen, das Maul klappte auf, die scharfgeschliffene Zahnplatte lag bloß. Der Hai krepierte.

Ichtiander erbebte. Mit zusammengebissenen Zähnen — um seine Kiemen vor dem giftigen Wasser zu schützen — kroch er bäuchlings vom Krater weg, weiter den Rand empor, bis er sich schließlich erheben und weitergehen konnte. Aber immer noch erfaßten ihn Schwindel, und er fiel hin. Endlich konnte er sich von den grauen Steinen abstoßen. Mit einer rudernden Armbewegung entfernte er sich blitzschnell vom Rand des Kraters.

Als Ichtiander seine Geschichte beendet hatte, fügte er noch ergänzend hinzu, was er irgendwann von Salvator erfahren hatte: „Wahrscheinlich sammelten sich in diesem Krater irgendwelche Giftgase, vielleicht Schwefelwasserstoff oder Kohlenoxyd. An der Oberfläche oxydieren sie, und man spürt ihre Wirkung nicht mehr. Aber in dem Krater konzentrieren sie sich stark. — Aber jetzt gib mir zu essen, ich bin hungrig wie ein Hai.“

Ichtiander aß hastig, dann setzte er seine Brille auf, ergriff die Handschuhe und eilte zur Tür.

„Deshalb bist du also nur gekommen?“ fragte Christo und deutete auf die Brille. „Warum willst du mir nicht sagen, was mit dir los ist?“

Ichtiander zeigte einen neuen Charakter. Er wurde verschlossen.

„Frag mich nicht, Christo, ich weiß selbst nicht, was mit mir los ist.“ Und überstürzt verließ der Jüngling das Zimmer.

Die kleine Rache

Als Ichtiander in Balthasars Laden das blauäugige Mädchen unerwartet wiedergesehen hatte, war er so verwirrt, daß er eiligst aus dem Laden lief und ins Meer sprang. Doch jetzt wünschte er mit allen Fasern seines Herzens, das Mädchen kennenzulernen. Wie aber sollte er das bewerkstelligen? Am einfachsten wäre es gewesen, sich Christo anzuvertrauen und mit ihm gemeinsam hinzugehen. Aber es widerstrebte ihm, das Mädchen in Christos Gegenwart wiederzusehen.



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