Nach zwei Minuten erschien Ichtianders Kopf über Wasser, er strahlte vor Freude: In der erhobenen Hand hielt er das Halsband.

„Es war an einem Felsvorsprung hängengeblieben“, sagte der Jüngling, ohne nach Atem zu ringen. „Wenn die Perlen in einen Felsspalt gefallen wären, hätte es länger gedauert.“

Rasch erkletterte er die Felsen, trat zu Guttiere und übergab ihr das Halsband. Das Wasser floß in Bächen von seiner Kleidung.

„Nehmen Sie.“

„Ich danke Ihnen“, sagte Guttiere, den Jüngling mit Neugierde betrachtend.

Dann schwiegen alle drei. Sie wußten nicht, was sie tun sollten. Guttiere konnte sich nicht entschließen, Olsen die Perlen in Ichtianders Beisein zu geben.

„Ich glaube, Sie wollten ihm die Perlen geben“, sagte Ichtiander.

Olsen errötete und die überraschte Guttiere sagte verlegen: „Ja, ja!“ Sie reichte Olsen das Halsband, der es schweigend nahm und in die Tasche steckt.

Für Ichtiander war es eine Genugtuung. Der Riese bekam den verlorenen Schmuck nun eigentlich nicht von Guttiere, sondern von ihm geschenkt. Er verneigte sich vor dem Mädchen und begab sich auf den Weg.

Doch schon nach den ersten Schritten war Ichtianders Erfolg verrauscht, er überlegte: Wer war dieser blondköpfige Riese? Warum schenkte ihm Guttiere ihren Schmuck? Worüber sprachen die beiden miteinander auf der Klippe?

In dieser Nacht stürmte Ichtiander wieder auf seinem Delphin über das Meer und erschreckte in der Dunkelheit die Fischer mit seinen grellen Schreien.

Den ganzen folgenden Tag verbrachte er unter Wasser. Mit Brille, aber ohne Handschuhe, kroch er auf dem Meeresgrund umher und sammelte Perlenmuscheln. Abends besuchte er Christo, der ihn brummend mit Vorwürfen empfing.

Am nächsten Morgen begab sich Ichtiander bereits früh zu jenem Platz, an dem er Guttiere und Olsen getroffen hatte.



74 из 158