
Ichtiander begann Perlen zu sammeln und legte sie in eine Unterwassergrotte. Diese Arbeit machte ihm Freude. Er besaß bald einen ganzen Berg auserlesener Exemplare. So wurde er, ohne es selbst zu ahnen, der reichste Mann Argentiniens, vielleicht von ganz Südamerika. Aber er dachte nicht an Reichtum.
Sonnig vergingen die Tage. Ichtiander bedauerte, daß Guttiere im Staub und Lärm der Stadt wohnen mußte. Wenn sie doch auch unter Wasser leben könnte! Er würde ihr eine unbekannte Welt eröffnen, sie zu den herrlichen Blumen der Tiefsee führen. Aber Guttiere konnte niemals unter Wasser leben und er nicht auf der Erde.
Der Amphibienmensch verbrachte schon jetzt viel Zeit an der Luft. Und das blieb nicht ohne Folgen. Immer häufiger verspürte er stechende Schmerzen, wenn das Mädchen am Ufer saß. Aber er unterdrückte sie, wollte die Treffen weder verkürzen noch abbrechen. Dabei beunruhigte Ichtiander nach wie vor: Worüber sprach Guttiere mit dem blondschöpfigen Riesen? Er nahm sich jedes Mal vor, das Mädchen danach zu fragen, er befürchtete aber immer wieder, sie durch seine Neugier zu beleidigen.
Eines Abends sagte das Mädchen: „Ich kann morgen nicht kommen.“
„Warum?“ Ichtiander war traurig.
„Ich bin beschäftigt.“
„Womit?“
„Man darf nicht alles wissen wollen.“ Das Mädchen lachte. „Begleiten Sie mich heute bitte nicht“, fügte sie noch hinzu und ging.
Ichtiander tauchte zum Grund und blieb die ganze Nacht auf den bemoosten Steinen liegen. Er war tief betrübt. Im Morgengrauen erst schwamm er nach Hause.
