George schüttelte den struppigen Kopf. »Er sagte, dass er so lang warten würde, bis du ihn empfängst. Er hätte nämlich einen Termin, lässt er dich wissen.«

Dan stieß einen müden Seufzer aus. »Ich komme gerade von der Beerdigung zurück, und ich soll einen Termin einhalten, der schon vor Wochen vereinbart wurde.«

»Teresa sagt, er macht sie nervös.«

»Nervös?«

»Er macht sie an. Ich hab's selbst gesehen.«

»Teresa kann schon selbst auf sich aufpassen«, murmelte Dan mit gerunzelter Stirn.

»Du sprichst aus Erfahrung?«, fragte George grinsend.

»Er macht sie schon die ganze Zeit an, seit er auf mich wartet?«

»Soll ich ihn rauswerfen?«, fragte George.

Für einen Moment erfreute Dan sich an der Vorstellung, wie George seinen ungebetenen Besucher hochkant aus dem Gebäude warf. Doch dann wurde er sich bewusst, dass der Kerl einfach morgen wiederkommen würde. Ich muss mich wieder ums Geschäft kümmern, sagte er sich. Ich kann diese Sache nicht ewig vor mir herschieben.

»Bring das Tablett raus«, sagte er zu Big George, »und schick diesen Humphries rein.«

George leckte sich die Lippen. »Soll ich noch Nachtisch und Kaffee bringen?«

»Na gut«, sagte Dan, der keine Lust auf einen weiteren Disput mehr hatte. »Tu das.«

Grinsend ergriff George das mit Essensresten beladene Tablett mit einer Hand und ging zur Tür. Dan sah, dass der Schreibtisch mit Krumen übersät war. Verärgert wischte er sie auf den Boden.

Teresa erschien in der Tür. »Mr. Martin Humphries«, sagte sie. Sie wirkte angespannt, sagte Dan sich. Humphries musste ihr wirklich zugesetzt haben.

Martin Humphries wirkte recht jung. Er war kleinwüchsig, noch ein paar Zentimeter kleiner als Teresa und schien ein körperlicher Schlaffi zu sein. Er hatte hängende Schultern und ›Rettungsringe‹ um die Hüfte, die vom bordeauxfarbenen Blazer nur unzureichend kaschiert wurden. Trotzdem schien er Energie auszustrahlen, als er mit raumgreifenden Schritten durchs Büro auf Dans Schreibtisch zuging.



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