«Ach, will sie das!»

Das Lächeln schwand aus dem Gesicht des Millionärs. Er riss den Umschlag auf, den er in der Hand hielt, und nahm das Blatt heraus. Während er den Brief las, verfinsterte sich sein Gesicht, um den Mund legte sich wieder der grimme Zug, den man an der Wall Street so gut kannte, und seine Brauen zogen sich Unheil verkündend zusammen. Knighton wandte sich taktvoll ab, öffnete wieder Briefe und sortierte sie. Ein gemurmelter Fluch entfuhr dem Millionär, und seine geballte Faust fiel hart auf den Tisch.

«Das lasse ich mir nicht bieten», knurrte er. «Gut, dass die arme Kleine ihren alten Vater hinter sich hat.»

Einige Minuten lang ging er im Raum auf und ab; die zusammengekniffenen Brauen machten eine Grimasse aus seinem Gesicht. Knighton beugte sich noch immer beflissen über den Schreibtisch. Dann blieb Van Aldin jäh stehen. Er nahm seinen Mantel von dem Sessel, auf den er ihn geworfen hatte.

«Gehen Sie noch einmal aus, Sir?»

«Ja, ich gehe zu meiner Tochter.»

«Wenn Coltons Leute anrufen.?»

«Sagen Sie ihm, sie sollen zum Teufel gehen.»

«Sehr wohl», sagte der Sekretär gleichmütig.

Van Aldin hatte inzwischen den Mantel angezogen. Er setzte den Hut auf und ging zur Tür. Mit der Hand an der Klinke blieb er stehen.

«Sie sind ein guter Kerl, Knighton», sagte er. «Sie belästigen mich nicht, wenn ich Sorgen habe.»

Knighton lächelte flüchtig, antwortete aber nicht.

«Ruth ist mein einziges Kind», sagte Van Aldin, «und niemand weiß wirklich, was sie mir bedeutet.»

Ein schwaches Lächeln erhellte seine Züge. Er steckte die Hand in die Tasche.

«Soll ich Ihnen was zeigen, Knighton?»

Er kam zum Sekretär zurück.

Aus der Tasche zog er ein nachlässig in braunes Papier gewickeltes Päckchen. Er ließ die Hülle fallen und hielt ein großes, schäbiges rotes Samtetui hoch. In der Mitte des Deckels waren verschlungene Initialen mit einer Krone darüber zu sehen. Er klappte das Etui auf, und der Sekretär schnappte nach Luft. Auf der schmutzig weißen Unterlage glühten die Steine wie Blut.



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