«Eine Klasse für sich, oder?», sagte der Millionär befriedigt. «Sie gefallen dir, was?»

«Gefallen? Dad, sie sind einzigartig. Wie bist du an sie gekommen?»

Van Aldin lächelte.

«Ah! Das ist mein Geheimnis. Ich habe sie natürlich privat kaufen müssen. Sie sind ziemlich bekannt. Siehst du den großen Stein in der Mitte? Vielleicht hast du von ihm gehört; das ist das historische Feuerherz.»

«Feuerher^-», wiederholte Mrs Kettering.

Sie hatte die Steine aus dem Etui genommen und hielt sie an ihren Busen. Der Millionär beobachtete sie. Er dachte an all die Frauen, die diese Juwelen getragen hatten. Die gebrochenen Herzen, die Verzweiflung, den Neid. Das Feuerherz hatte wie alle berühmten Steine eine Spur von Tragödien und Gewalt hinterlassen. In Ruth Ketterings ruhiger Hand schien das Juwel jedoch seine böse Kraft zu verlieren. Mit ihrer kühlen, beherrschten Haltung schien diese Frau aus dem Westen eine Widerlegung aller Tragik, aller wilden Aufwallungen zu sein. Ruth legte die Steine zurück ins Etui; dann sprang sie auf und schlang die Arme um den Hals ihres Vaters.

«Danke, danke, danke, Dad. Sie sind ganz wunderbar! Immer machst du mir die herrlichsten Geschenke.»

«So ist das richtig», sagte Van Aldin; er tätschelte ihre Schulter. «Du bist alles, was ich habe, weißt du, Ruthie.»

«Du bleibst doch zum Dinner, Vater, nicht wahr?»

«Ich glaube nicht. Du wolltest doch ausgehen?»

«Ja, aber das kann ich ohne weiteres absagen. Nichts besonders Aufregendes.» «Nein», sagte Van Aldin. «Halt deine Verabredung ein. Ich habe noch genug zu erledigen. Wir sehen uns morgen, Liebes. Ich rufe dich noch an, vielleicht könnten wir uns bei Galbraith treffen?»

Galbraith, Cuthbertson & Galbraith waren Van Aldins Londoner Anwälte.

«Gut, Dad.» Sie zögerte. «Ich hoffe, diese — diese Sache wird mich nicht daran hindern, an die Riviera zu fahren?»



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