Insgesamt war er ganz zufrieden. Sein scharfer Verstand hatte schon längst akzeptiert, dass Scheidung der einzige mögliche Ausweg war. Ruth hatte der vorgeschlagenen Lösung bereitwilliger zugestimmt, als er erwartet hatte. Und doch konnte er sich trotz der Einwilligung eines leichten Unbehagens nicht erwehren. Etwas in ihrem Benehmen, fand er, war nicht ganz natürlich gewesen. Er runzelte die Stirn.

«Vielleicht bilde ich mir das nur ein», murmelte er. «Und trotzdem — ich wette, da gibt es etwas, was sie mir nicht erzählt hat.»

Fünftes Kapitel


Ein nützlicher Herr

Rufus Van Aldin hatte soeben sein karges Frühstück aus Kaffee und trockenem Toast beendet, als Knighton eintrat.

«Mr Goby ist unten, Sir, um Sie zu sprechen.»

Der Millionär warf einen Blick auf die Uhr. Es war gerade halb zehn.

«Na gut», sagte er kurz. «Er soll heraufkommen.»

Eine oder zwei Minuten später trat Mr Goby ins Zimmer. Er war ein kleiner, älterer Mann, schäbig gekleidet, dessen Augen immer neugierig im Zimmer umherblickten, aber nie den Gesprächspartner ansahen.

«Morgen, Goby», sagte der Millionär. «Setzen Sie sich.»

«Danke, Mr Van Aldin.»

Goby setzte sich, die Hände auf den Knien, und betrachtete ernst den Heizkörper.

«Ich habe einen Job für Sie.»

«Und zwar, Mr Van Aldin?»

«Sie wissen vielleicht, dass meine Tochter mit Mr Derek Kettering verheiratet ist.»

Mr Goby ließ seinen Blick von der Heizung zur linken Schublade des Schreibtischs wandern und ein geringschätziges Lächeln über sein Gesicht huschen. Mr Goby wusste viele Dinge, gab das aber nicht gern zu.

«Auf meinen Rat hin wird sie die Scheidung einreichen. Das ist natürlich Sache des Anwalts. Aber aus privaten Gründen wünsche ich vollständige und eingehende Informationen.»



20 из 235