Ihr Vater stieß ein entrüstetes Schnauben aus, das sie unterbrach.

«Du bist ihm also wieder auf den Leim gegangen? Du, meine Tochter! Mein Gott!»

Er hob die Hände über den Kopf.

«Dass Frauen so verfluchte Närrinnen sein können!»

Sechstes Kapitel


Mirelle

Derek Kettering hatte Van Aldins Suite so überstürzt verlassen, dass er mit einer Dame zusammenstieß, die über den Korridor ging. Er bat um Entschuldigung; sie gewährte die Bitte mit einer lächelnden Aufmunterung und ging weiter, hinterließ ihm den angenehmen Eindruck einer ausgeglichenen Persönlichkeit und sehr hübscher grauer Augen.

Bei aller Nonchalance hatte ihn die Auseinandersetzung mit seinem Schwiegervater ärger mitgenommen, als er zeigen mochte. Er aß allein zu Mittag und begab sich dann, immer noch mit einem etwas finsteren Gesicht, zu der luxuriösen Wohnung, in der die als Mirelle bekannte Dame wohnte. Eine adrette Französin empfing ihn lächelnd. «Treten Sie doch ein, Monsieur. Madame ruht nur ein wenig.» Sie führte ihn in das lange Zimmer mit der orientalischen Einrichtung, das er so gut kannte. Mirelle lag auf dem Diwan, gestützt auf eine unglaubliche Menge von Kissen in verschiedenen Bernsteintönen, die zu ihrem ockerfarbenen Teint ausgezeichnet passten. Die Tänzerin hatte eine wunderbare Figur, und wenn ihr Gesicht unter der gelben Maske tatsächlich ein wenig hager war, hatte es doch einen bizarren und sehr eigenen Charme, und ihre orangeroten Lippen lächelten Derek Kettering einladend an.

Er küsste sie und warf sich in einen Sessel.

«Was hast du getrieben? Eben erst aufgestanden, wie?»

Der orangerote Mund dehnte sich zu einem langen Lächeln.

«Nein», sagte die Tänzerin. «Ich habe gearbeitet.»



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