«Guten Abend», sagte der Fremde. «Ihr Herr ist zu Hause?»

«Er ist da, aber zu dieser Nachtzeit empfängt er keine unangemeldeten Besucher», knurrte der andere.

«Ich glaube, er wird mich empfangen. Sagen Sie ihm, sein Freund Monsieur le Marquis sei da.»

Der Mann öffnete die Tür etwas weiter und ließ den Besucher eintreten.

Der andere, der sich Monsieur le Marquis nannte, hatte beim Sprechen das Gesicht mit der Hand bedeckt. Als der Diener mit der Mitteilung zurückkehrte, dass Monsieur Papopoulos sich freuen würde, den Besucher zu empfangen, war eine Veränderung im Aussehen des Fremden erfolgt. Der Diener musste entweder sehr unaufmerksam oder sehr gut ausgebildet sein, denn er zeigte keinerlei Überraschung angesichts der kleinen schwarzen Seidenmaske, die die Züge des anderen verbarg. Der Diener ging voran zu einer Tür am Ende des Vorraums, öffnete sie und meldete in einem respektvollen Gemurmel: «Monsieur le Marquis.»

Die Gestalt, die sich erhob, um diesen seltsamen Gast zu empfangen, war beeindruckend. Monsieur Papopoulos haftete etwas Ehrwürdiges und Patriarchalisches an. Er hatte eine hohe, gewölbte Stirn und einen schönen weißen Bart. In seiner Manier war etwas von einem gütigen Geistlichen.

«Mein lieber Freund», sagte Monsieur Papopoulos. Er sprach französisch, und seine Stimme war schwer und salbungsvoll.

«Ich muss um Entschuldigung bitten», sagte der Besucher, «dass ich zu so später Stunde komme.»

«Aber keineswegs», sagte Monsieur Papopoulos. «Eine interessante Zeit. Hatten Sie möglicherweise einen interessanten Abend?»

«Nicht persönlich», sagte Monsieur le Marquis.

«Nicht persönlich», wiederholte Monsieur Papopoulos, «nein, nein, natürlich nicht. Und es gibt Neuigkeiten, wie?»

Er warf seinem Besucher einen scharfen Seitenblick zu, einen Blick, der nicht im Geringsten priesterlich oder gütig war.

«Es gibt nichts Neues. Der Anschlag ist misslungen. Ich hatte kaum etwas anderes erwartet.»



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