
Hazel blieb stehen und sah sich um. Sie war umgeben von Hunderten menschlicher Organe und Gewebe. Genug, um ein ganzes Dutzend Schlachtfelder damit zu übersäen – doch jedes einzelne vollkommen wertlos, rettungslos mit einem heimtückischen Virus kontaminiert. Das kam davon, wenn man sich im Klonpascher-Geschäft Feinde machte.
Vor gar nicht langer Zeit hatte der Käpten den Friedhofsknaben mit seiner üblichen Mischung aus Risikobereitschaft und Gerissenheit ein Geschäft vor der Nase weggeschnappt.
Kontrakte, um die sich die Scherbe seit Jahren bemüht hatte, waren plötzlich wie durch Zauberei in ihren Schoß gefallen.
Hazel lächelte grimmig. Klonpaschen war ein halsabschneiderisches Geschäft. Manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.
Klonpaschen war illegal. Ein Verbrechen, auf das die Todesstrafe stand. Aber das verringerte keineswegs die Flut von Leuten, die willens waren, aus dem Tod ein Geschäft zu machen. Offiziell war es nur der obersten Oberschicht erlaubt, geklontes menschliches Gewebe für Transplantationszwecke zu verwenden. Nur denen, die eine entsprechende Erziehung und Position (und ein nicht zu kleines Vermögen) besaßen. Es ging schließlich nicht an, daß die niederen Klassen lange und gesunde Leben lebten; dazu gab es viel zu viele von ihnen – elbst wenn man die neu kolonisierten Welten mit berücksichtigte, die weiträumige Territorien zur Besiedelung eröffneten.
Außerdem mochte es sehr wohl dazu führen, daß die niederen Stände sich auf einmal für etwas Besseres hielten.
Das war die offizielle Version.
