
Auf den meisten Planeten wurden die Toten verbrannt. So lautete das Gesetz der Imperatorin. Es sollte sicherstellen, daß Spenderorgane nur für die richtigen Leute zur Verfügung standen. Aber Hinterweltplaneten unterhielten oftmals geheime, illegale Friedhöfe und Mausoleen. Man wußte nie, wann die Ernte einmal ausfiel und sonstige Geschäfte schlecht liefen, und dann benötigte man möglicherweise kurzfristig ein wenig Geld in der Tasche. Und so zogen die Klonpascher ihre Bahnen, und jeder verdiente sich ein wenig hinzu. Die Klonpascher verdienten sich dumm und dämlich. Die Nachfrage war gewaltig. Sie mußten nicht mehr tun, als ihre Lager zu füllen und darauf zu warten, daß jemand zaghaft an ihre Tür klopfte.
Leider war es nicht immer so einfach, wie es in der Theorie klang. Klonen war eine ziemlich diffizile Angelegenheit, bei der eine Menge danebengehen konnte. Die Organe, aus denen die Klonzellen gewonnen wurden, verbrauchten sich rasch, und dann mußte für Nachschub gesorgt werden. Die Körperbanken hatten einen unersättlichen Appetit, und versteckte Friedhöfe gab es nur wenige, weit verstreut, häufig durch exklusive Verträge an eine bestimmte Mannschaft von Klonpaschern gebunden. Und so mischten sich die Körperräuber immer häufiger unter die Lebenden und suchten nach Opfern, deren Verschwinden nicht allzu viel Aufsehen erregte. Eine Schande, natürlich – aber für ein Omelett benötigt man nun einmal Eier, und so weiter…
