Der Käpten hatte Hazel versichert, daß sie nur Gräber berauben würden, als sie vor vier Planeten auf der Scherbe angeheuert hatte. Außer vielleicht, wenn die Geschäfte wirklich ganz schlecht liefen. Schnell hinein ins System, genügend Ware ausgegraben, um die Körperbanken aufzufüllen, und dann nichts wie weg, als wäre der leibhaftige Teufel hinter einem her – bevor man von irgendwem gegen eine Belohnung an das Imperium verraten werden konnte. Einen Judas gab es immer.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Alles, aber auch wirklich alles war schiefgegangen. Die Friedhofsknaben waren ihnen zuvorgekommen und hatten die Ware mit einem äußerst bösartigen Virus kontaminiert, der durch jeden der üblichen Tests geschlüpft war. Jetzt war jedes Organ an Bord wertlos, und zu allem Übel hatten sie auch noch Kontrakte mit Leuten zu erfüllen, die nicht eben für Geduld und Verständnis bekannt waren.

Also hatte Käpten Markee mit der Mütze in der Hand die Blutläufer im Obeahsystem aufgesucht und um einen Gefallen gebeten. Hazel erschauerte noch immer bei dem Gedanken an das, was sie und der Rest der Mannschaft als Gegenleistung für die Informationen hatten versprechen müssen, die die Blutläufer ihnen überließen. Nichts, aber auch wirklich gar nichts durfte bei diesem Deal schiefgehen. Es gab weitaus Schlimmeres als den Tod.

Die Blutläufer hatten sie mit Leuten auf Virimonde zusammengebracht, draußen am Rand, und die Scherbe war in das System gesprungen, um einmal mehr das alte Spiel zu spielen.

Ein allerletzter Wurf mit den Würfeln des Schicksals.

Hazel fragte sich nicht zum ersten Mal, wie sie in diese Geschichte hineingerutscht war. So hatte sie sich ihre Zukunft ganz gewiß nicht vorgestellt, als sie zehn Minuten vor dem Eintreffen eines Inhaftierungsbefehls und einem drohenden längeren Aufenthalt im Gefängnis ihren Heimatplaneten auf der Suche nach faszinierenden Abenteuern verlassen hatte.



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