
Ainslie zögerte. »Pater, dieses Geständnis, das Doil ablegen will - wäre das im weitesten Sinn eine Beichte?«
»Wie meinen Sie das?«
»Ich bin auf der Suche nach einem Kompromiß, um nicht eigens nach Raiford fahren zu müssen. Könnte Doil nicht in Anwesenheit eines Gefängnisbeamten bei Ihnen beichten? Dann wäre sein Geständnis protokolliert und somit amtlich.«
Eine abwegige Idee, das wußte Ainslie, deshalb überraschte ihn Uxbridges Reaktion nicht. »Um Himmels willen, nein! Ihr Vorschlag ist empörend! Was in der Beichte gesagt wird, ist nicht für Dritte bestimmt. Das müßten Sie doch besser wissen als jeder andere.«
»Ja, natürlich. Entschuldigung.« Wenigstens soviel war er Uxbridge schuldig. Das war ein letzter Versuch gewesen, diese Fahrt irgendwie zu vermeiden. Jetzt schien es keine Alternative mehr zu geben.
Ins Staatsgefängnis kam man am schnellsten, indem man nach Jacksonville oder Gainesville flog und das letzte kurze Stück mit dem Auto fuhr. Aber Linienflüge dorthin gab es nur tagsüber. Nachts konnte er Raiford vor Doils Hinrichtung nur mit dem Auto erreichen. Ainslie sah auf seine Uhr. Acht Stunden. Knapp, aber gerade noch zu schaffen.
Er winkte Rodriguez heran, der aufmerksam zugehört hatte, bedeckte die Sprechmuschel mit einer Hand und erklärte ihm: »Sie müssen mich nach Raiford fahren - gleich jetzt. Lassen Sie sich einen Streifenwagen zuteilen. Sehen Sie nach, ob der Tank voll ist, und warten Sie dann vor der Fahrbereitschaft auf mich. Und besorgen Sie sich ein Mobiltelefon.«
»Wird gemacht, Sergeant.« Jorge trabte davon.
Der Geistliche, dessen Stimme jetzt schärfer klang, sprach weiter. »Lassen Sie mich eines klarstellen, Ainslie: Mir widerstrebt es, überhaupt mit Ihnen zu reden. Ich tue es gegen meine Überzeugung, weil dieser arme Mann, der nun bald sterben wird, mich darum gebeten hat. Tatsächlich weiß Doil, daß Sie ein ehemaliger Geistlicher sind. Er will nicht bei mir beichten; das hat er mir gesagt. In seinem Wahn hat er sich in den Kopf gesetzt, bei Ihnen zu beichten. Diese Vorstellung ist mir gänzlich widerwärtig, aber ich muß seinen Wunsch respektieren.«
