Nun war es also heraus.

Damit hatte Ainslie gerechnet, seit er Ray Uxbridges Stimme am Telefon gehört hatte. Aus Erfahrung wußte er zweierlei. Erstens: Seine Vergangenheit tauchte oft ganz unerwartet auf, und Uxbridge kannte sie offenbar. Zweitens: Niemand begegnete einem ehemaligen katholischen Priester verbitterter oder mit mehr Vorurteilen als ein katholischer Priester. Andere waren toleranter - selbst katholische Laien oder Geistliche anderer Konfessionen. Aber niemals katholische Kleriker. Manchmal vermutete Ainslie dahinter Neid - die vierte Todsünde.

Ainslie hatte den Priesterberuf schon vor zehn Jahren aufgegeben. Jetzt sagte er ins Telefon: »Hören Sie, Pater, mich als Polizeibeamten interessiert nur, was Animal über das oder die von ihm verübten Verbrechen zu sagen hat. Will er mir die Wahrheit darüber mitteilen, bevor er stirbt, höre ich zu und habe natürlich auch einige Fragen zu stellen.«

»Ein Verhör?« fragte Uxbridge. »Wozu ist das noch notwendig? Mr. Doil ist kein Verdächtiger mehr.«

»Er wird verdächtigt, noch andere Verbrechen verübt zu haben; außerdem sind wir im öffentlichen Interesse verpflichtet, alles festzustellen, was möglich ist.«

»Im öffentlichen Interesse«, wollte Uxbridge skeptisch wissen, »oder um Ihren persönlichen Ehrgeiz zu befriedigen, Sergeant?«

»Was Animal Doil betrifft, ist mein Ehrgeiz seit dem Tag befriedigt, an dem er schuldig gesprochen und verurteilt worden ist. Aber ich bin dienstlich verpflichtet, alle Fakten herauszufinden, die sich in Erfahrung bringen lassen.«

»Und mir geht's mehr um die Seele dieses Menschen.«

Ainslie lächelte schwach. »In Ordnung, Pater. Ich bin für Fakten, Sie für Seelen zuständig. Was halten Sie davon, sich mit Doils Seele zu beschäftigen, solange ich unterwegs bin, und ihn mir zu überlassen, sobald ich da bin?«



8 из 502