Sie stürzten vorwärts und warfen sich auf ihre kümmerlichen Angreifer, aber sie bekamen nur Nebel zu fassen, der mit Stimmen angefüllt schien. Sie folgten den Stimmen und stachen mit ihren federgeschmückten, blutigen Lanzen in den Nebel hinein. Bergauf, entlang der Straße, stürmten sie, Schreie ausstoßend, und wußten nicht, daß sie bereits durch das Dorf gerannt waren, dessen leere Häuser und Hütten im grauen, wogenden Nebel auftauchten und wieder verschwanden. Die Dorfleute liefen in alle Richtungen auseinander, die meisten jedoch hielten ihren Abstand vor den Kargs ein, denn sie waren mit dem Terrain wohl vertraut; einige, meist alte Männer und jüngere Knaben, fielen zurück. Die Kargs, die über sie stolperten, stachen zu mit ihren Lanzen und hauten um sich mit ihren Schwertern und stießen ihren Schlachtruf aus, die Namen der weißen Brudergötter von Atuan:

»Wuluah! Atwah!«

Einige in der Schar blieben stehen, als sie fühlten, wie das Land unter ihren Sohlen uneben wurde, andere drängten weiter auf der Suche nach dem Phantomdorf und folgten den fliehenden Schatten, die zum Greifen nahe vor ihnen huschten. Der Nebel schien, als sei er lebendig: er wallte und wogte, Schatten näherten sich, flohen und verschwanden darin. Eine Gruppe von Kargs jagte den geisterhaften Spukgestalten nach, bis sie zum Hohen Fall, der Felswand hoch über den Quellen der Ar, kamen, wo die vor ihnen huschenden Gestalten sich in der Luft aufzulösen schienen. Die vordringenden Kargs fühlten plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen, und schreiend stürzten sie hundert Meter tief ab, durch den Nebel hindurch in die Sonne, steil abwärts, und zerschellten in dem flachen Becken des Flusses zwischen den Felsblökken. Die Nachdrängenden hielten bei der Felswand inne und lauschten.

Ein Grauen schlich sich in die Herzen der Kargs. Sie begannen, sich in dem unheimlichen Nebel zu suchen, und ließen ab von der Verfolgung der Dorfbewohner.



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