Zur Bewachung dieser ungeheuren Schätze hielt Goodwin, der Zauberer, kein großes Heer - seine Armee bestand aus nur einem einzigen Soldaten namens Din Gior. Goodwin brauchte ein Heer, denn ein Blick seiner Augen genügte, jeden feindlichen Heerhaufen zu versengen!

Din Gior widmete seine ganze Zeit der Pflege seines Bartes. Das war aber auch ein einmaliger Bart - er reichte bis zur Erde. Der Soldat kämmte ihn den ganzen lieben Tag mit einem Kamm aus Kristall, und manchmal flocht er ihn zu einem Zopf zusammen. Einmal führte Din Gior bei einem Palastfest zur Unterhaltung des Volkes Kunststücke mit Waffen vor. Er ging dabei mit Schwert, Lanze und Schild so geschickt um, daß die Menge über alle Maßen staunte.

Nach der Parade trat Urfin an Din Gior heran und sagte:

„Ehrenwertester Din Gior, gestattet mir, Euch meine Begeisterung auszusprechen! Wo habt Ihr denn diese Künste gelernt?"

Geschmeichelt erwiderte der Soldat: „In alten Zeiten wurden in unserem Land oft Kriege geführt, ich hab darüber in den Chroniken gelesen. Alte militärische Schriften erzählen davon, wie die Hauptleute ihre Soldaten abrichteten, welche militärischen Übungen es damals gab und wie die Befehle erteilt wurden. Das alles hab ich eifrig studiert und dann angewandt. Ihr seht, es war nicht vergeblich . . ."

Um die militärischen Übungen des Soldaten Din Gior in seinem Gedächtnis aufzufrischen, nahm sich Urfin den hölzernen Clown vor. „Hallo, Clown!" rief er, „wo steckst du?"

„Hier, mein Herr!" piepste es hinter der Truhe. „Willst du mich schon wieder prügeln?"

„Komm her, hab keine Angst, ich bin dir nicht mehr böse."

Der Clown kroch aus seinem Schlupfwinkel hervor.

„Laß mal sehen, wozu du taugst", sagte Urfin. „Kannst du marschieren?"



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