nicht sagen konnte. Von jenem Tag an bezeigte Lan Pirot nicht nur seinem Gebieter, sondern auch dessen treuem Bären den größten Respekt.

Schließlich kam der Tag, da die Armee, bestehend aus einem General, fünf Unteroffizieren und fünfzig Gemeinen, das Exerzieren erlernt hatte und die Waffen zu führen wußte. Die Soldaten hätten zwar keine Säbel, sondern nur die Knüppel, doch für den Anfang genügte das. Außerdem waren sie ja hieb und stichfest und brauchten sich vor Pfeilen und Lanzen nicht zu fürchten.

An einem schicksalsschweren Morgen wurden die Einwohner von Kogida durch lautes Getrampel geweckt.

Durch die Straßen marschierte Urfins Holzarmee. Vornan schritt der Palisandergeneral mit seiner riesigen Keule, ihm folgten die Soldaten, ein Unteroffizier vor jedem Zug. „Eins, zwei, drei! Eins, zwei, drei!" kommandierten die Unteroffiziere, und die Holzfüße der Soldaten stampften im Takt.

An der Seite ritt Urfin auf seinem Bären und genoß den Anblick seiner Krieger. „Alles halt!" brüllte Lan Pirot. Die Absätze der Soldaten schlugen gegeneinander, und das Heer blieb wie angewurzelt stehen.

Die Dorfbewohner standen bestürzt vor den Türen ihrer Häuser.

,,Einwohnen von Kogida, herhören!" donnerte Urfin. „Ich rufe mich hiermit zum Herrscher des Blauen Landes aus! Hunderte Jahre haben die Käuer der Zauberin Gingema gedient. Sie ist jetzt tot, doch ihre Zauberkunst besteht weiter, sie ist auf mich übergegangen. Die wackeren Holzmänner, die ihr vor euch seht, hab ich gemacht und zum Leben erweckt. Ein Wort von mir genügt, und meine unverwundbare Holzarmee vernichtet euch allesamt und zerstört eure Häuser. Erkennt ihr mich als euren Herrscher an?" „O ja! O ja'" riefen die Käuer und brachen in Tränen aus.



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