Die anderen Tiger waren über den Vorfall so entsetzt, daß sie keinen neuen Angriff wagten. Sie kauerten eine Weile in den Büschen, funkelten mit den Augen, knurrten noch anstandshalber und verkrochen sich dann beschämt im Gehölz. Urfin dachte zuerst, die Felle der toten Tiere zu beleben. Er würde dann Diener haben, sagte er sich, wie es keine stärkeren im ganzen Wunderland gab. Schon hatte er befohlen, den Tigern die Felle abzuziehen, als er sich eines Besseren besann, und den Befehl

widerrief. Er befürchtete nämlich, die Bestien würden sich nach ihrer Wiederbelebung

gegen ihn erheben und ihm Scherereien bereiten, denen er nicht gewachsen wäre.

Vor der zweiten Schlucht blieben die Holzköpfe selber stehen.

Eine Brücke wurde gebaut, und die Armee setzte ihren Weg fort. Dann kam sie auf ein

weites Feld, das Urfin wieder Ärgernisse brachte, die er weder ahnen noch voraussehen

konnte.

Die Holzköpfe hatten in ihrem kurzen Leben sehr wenig Erfahrungen gemacht, und wenn sie etwas Neues sahen, waren sie verwirrt und wußten nicht, wie sie sich verhalten sollten. Wären sie an eine dritte Schlucht gekommen, so hätten sie gewiß Vorsicht walten lassen. Zum Unglück kamen sie aber an einen großen Fluß, den man überqueren mußte, um aus dem Land der Käuer in die Smaragdenstadt zu gelangen. Bisher hatten die Holzköpf e aber nur kleine Rinnsale gesehen, über die sie einfach hinwegschritten. General Lan Pirot glaubte, die glatte Fläche des Flusses sei eine nein Art von Straße, über die es sich bequem gehen ließe. Noch ehe Urfin einen Gedanken fassen konnte, brüllte der General: „Mir nach, meine tapferen Soldaten!" und raste, von den gehorsamen Holzköpfen gefolgt, die Böschung hinunter zum Fluß.



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