
«Also schön, Mr. Keverne, Sie können halsen.»
Der Erste, der ihn genau beobachtet hatte, hob die Sprechtrompete, und die kurze Spanne Frieden war vorbei.
«An die Leebrassen! Klar zur Halse!»
Nackte Füße schurrten über das Deck, und die Luft erzitterte unter dem Quietschen der Blöcke und dem Schnarren der Fallen.
Wenn man diese gut gedrillten Matrosen sah, konnte man sie sich kaum noch als jenen buntscheckigen Haufen vorstellen, der damals an Bord gekommen war. Selbst die Unteroffiziere fanden wenig Grund zum Schimpfen, als die Männer auf ihre Stationen flitzten; damals, als das Schiff in Dienst gestellt worden war, hatte es so viele Flüche und Prügel gegeben, daß von irgendwelcher Ordnung kaum die Rede sein konnte. Eine gute Mannschaft, fand Bolitho, wie sie sich ein Kapitän nur wünschen konnte.
«Marsschoten los!»
Wieselschnell legten die Männer auf den Rahen aus, und er sah ihnen mit einer Art Neid zu. Da oben zu arbeiten, manchmal zweihundert Fuß über Deck, hatte ihm in seiner Kadettenzeit jedesmal Übelkeit verursacht, und jedesmal war er verlegen und wütend darüber gewesen.
«Hol an die Geitaue!«Keverne war schon ganz heiser; vielleicht machte es ihn nervös, daß ihm die ganze Stadt bei diesem Manöver zusah.
Langsam, aber zielbewußt glitt die Euryalus auf ihren Ankerplatz zu; ihr Schatten schwamm auf dem ruhigen Wasser vor ihr her.»Leeruder!»
Die Radspeichen knarrten, und das Schiff schwang widerstrebend in den Wind. Schon verschwand, wie von einer einzigen Kraft bewegt, die Leinwand von den Rahen.
«Laß fallen Anker!»
Laut platschend fiel der Anker neben dem Bug ins Wasser, und wie ein Seufzen ging es durch Schiffsrumpf und Takelage, als beide zum erstenmal seit Monaten am straffgespannten Ankertau zur Ruhe kamen.
«Sehr schön, Mr. Keverne. Sie können mein Boot klarmachen und dann Kutter und Jolle aussetzen lassen.»
