Bolitho kniff die Augen zusammen. Wieviel wußte Taylor von den Unruhen in der Nore-Flotte? Vielleicht war er aufrichtig, vielleicht war er aber auch das Werkzeug in den Händen eines erfahreneren Aufrührers. Was er da von seinem Schiff gesagt hatte — daran war kaum zu zweifeln.

«Hat es Verletzte bei den Offizieren gegeben?»

«Keinen einzigen, Sir, auf mein Wort. «Beschwörend breitete Taylor die Hände aus.»Wenn Sie uns versprechen, daß Sie unsere Sache dem Admiral unterbreiten, Sir, dann würde das mächtig viel ausmachen. «Der Anflug eines Lächelns huschte über seine rauhen Züge.»Ich glaube, der Master und der eine oder andere Leutnant sind ganz froh, daß es so gekommen is'. Das war 'n mächtig unglückseliges

Schiff, Sir.»

Bolithos Gedanken rasten. Vizeadmiral Broughton war vielleicht in London, er konnte aber auch sonstwo sein. Bis er seine Flagge auf der Euryalus hißte, war Konteradmiral Thelwall sein direkter Vorgesetzter, und der war zu krank, als daß man ihn mit so etwas belasten konnte. Da waren auch noch Captain Rook und der Garnisonskommandant von Falmouth. Dann gab es wahrscheinlich Dragoner in Truro und den Hafenadmiral in Plymouth, dreißig Meilen weit weg. Und alle waren sie bei diesem Zeitdruck gleichermaßen nutzlos.

Wenn tatsächlich eine Fregatte zu den Franzosen überlief, dann konnte das wie ein Signal auf die Männer der Nore wirken, die noch am Rande der Meuterei standen. Denen mochte es als ein letztes Mittel erscheinen, wenn sonst nichts mehr half. Und wenn die Franzosen etwas davon erfuhren, konnten sie unverzüglich eine Invasion starten. Bei dem bloßen Gedanken lief es Bolitho eiskalt den Rücken hinunter. Unvorstellbar, daß eine verwirrte und demoralisierte Flotte vernichtet wurde, bloß weil er sich nicht zu handeln getraut hatte. Eventuelle spätere persönliche Konsequenzen durften da keine Rolle spielen.



31 из 404