
«Was solltet Ihr mir sonst noch mitteilen?«fragte er knapp.
«Die Auriga liegt in der Veryan Bay vor Anker. Gut acht Meilen von hier. Kennen Sie die Gegend, Sir?»
Bolitho lächelte grimmig.»Ich bin in Cornwall geboren, Taylor. Ja, die kenne ich sehr gut.»
Taylor leckte sich die Lippen. Vielleicht hatte er erwartet, sofort festgenommen zu werden. Nun aber, da Bolitho ihn tatsächlich anhörte, überstürzten sich seine Worte.
«Wenn ich bei Sonnenuntergang nich' zurück bin, setzen sie Segel, Sir. Ein paarmal kam 'n armierter Kutter ran, aber wir haben gesagt, sie sollen wegbleiben, wir liegen da wegen Reparaturen.»
Bolitho nickte. Es war nichts Ungewöhnliches, daß Schiffe mittlerer Größe in dieser Bucht Schutz suchten, wenn das Wetter nicht allzu schlimm war. Der Mann, der diese Meuterei bis zum gegenwärtigen Stand der Dinge geführt hatte, wußte bestimmt ganz genau, was er tat.
Taylor sprach weiter.»Da is' 'n kleiner Gasthof an der Westseite der Bay, Sir.»
«Der >Drachenkopf<«, nickte Bolitho.»Ein Schmugglernest.»
«Kann sein, Sir. «Taylor sah ihn unsicher an.»Aber wenn Sie heute nacht dahin kommen und sich mit unseren Delegierten treffen, dann können wir an Ort und Stelle alles klarmachen.»
Bolitho wandte sich ab. Das hörte sich alles so einfach an. Und was sollte nachher der Kommandant der Auriga machen? Seinen Koffer packen und von Bord gehen? Diese wirren Gedankengänge mochten im Zwischendeck ganz einleuchtend klingen, aber höheren Ortes würde man wenig Verständnis dafür haben.
Doch das Wichtigste und Vordringlichste war zu verhindern, daß das Schiff dem Feind übergeben wurde. Bolitho hatte nicht den geringsten Zweifel, daß der Kommandant der Auriga genauso war, wie Taylor ihn beschrieben hatte, vielleicht noch schlimmer. Solche Tyrannen gab es überall in der Flotte; er selber hatte einmal ein Schiff nur bekommen, weil sein Vorgänger so ein brutaler, kaltherziger Schinder gewesen war.
