
Bereitwillig ging Allday hinter ihm her, ein Lächeln auf den Lippen. Wie auf See war wieder mal alles drin. Was der Captain auch vorhatte, es schien ihn nicht nur zu bedrücken, sondern auch wütend zu machen, also würde jemand noch vor dem Morgenrot kräftig eins auf den Kopf kriegen.
Beim Gedanken an Bolithos Worte verzog er das Gesicht. Ein Bramsegel oder eine Pardune — mit beiden wurde er fertig. Auch eine zimperliche Frau ging noch an. Aber ein Pferd! Er rieb sich den Hintern. Wenn wir erst im» Drachenkopf «sind, dachte er düster, dann brauche ich mehr als nur einen Krug Bier.
Kurz vor Sonnenuntergang saßen sie auf, aber als sie den Fluß über eine kleine Furt hinter Falmouth durchritten, wurde es schon schnell dunkel. Doch Bolitho kannte die Gegend wie seinen Handrücken und ritt in flottem Trab voran; der unglückliche Allday folgte ihm, bis sie an den engen, gewundenen Feldweg kamen, der zur Bucht führte. Stellenweise war er sehr steil, die Baumwipfel berührten sich beinahe in der Höhe, und aus dem dichten Gebüsch am Wegrand kamen die Geräusche aufgeschreckter Tiere. Dann eine scharfe Biegung: ein paar Minuten lang hatten sie den Strand im Blickfeld, etwas weiter draußen die weißen Linien der Brandung und die mächtigen Steine, die wie schwarze Zähne am Fuß der hohen Klippen lagen.
«Mein Gott, Captain«, keuchte Allday,»dieser Gaul hat keinen Respekt vor meinem Hintern!»
«Still, zum Teufel!«Bolitho parierte sein Pferd am Kamm der nächsten Erhebung und spähte angestrengt auf eine dunkle Linie dichten Gestrüpps.
Der Rand der Steilküste verliefjetzt wieder landeinwärts und reichte wahrscheinlich bis auf ein paar Meter an die Büsche heran. Dahinter glänzte matt das Meer, so glatt wie ein Zinnteller. Doch die Bucht lag in tiefem Schatten — vielleicht war überhaupt kein Schiff da. Aber ebenso konnten es ein halbes Dutzend sein.
