
Der Mann zögerte.»Wir riskieren eine ganze Menge, Käpt'n. Sie hätten ja Miliz mitbringen können. «Er schien etwas Angst zu haben.
Der andere, der sich noch nicht hatte sehen lassen, rief dazwischen:»Nehmt die Pferde beim Kopf und führt sie!«Und nach einer kurzen Pause:»Ich bleibe achtern. Eine falsche Bewegung, und ich schieße ohne langes Palaver!»
«So eine Frechheit«, murmelte Allday.»Den Saukerl schnappe ich mir noch.»
Bolitho blieb stumm und ließ den Mann das Pferd führen. Er hatte es nicht anders erwartet. Nur ein Dummkopf hätte bei einem solchen Treffen die elementarsten Vorsichtsmaßregeln außer acht gelassen.
Wahrscheinlich war man ihnen schon während der letzten paar Minuten gefolgt. Der Hufschlag ihrer Pferde hatte die Geräusche wohl überdeckt.
An der Wegbiegung leuchtete ein einzelnes Licht auf, und er sah die weißlichen Umrisse des Gasthofes. Ein kleines schäbiges Bauwerk, das im Lauf der Jahre mehrfach um- und ausgebaut worden war — offenbar ohne viel Sinn für architektonische Schönheit.
Der Mond schien nicht, und die Sterne sahen ganz winzig aus. Es war auch kälter geworden; die See lag nicht weit entfernt, wie Bolitho wußte. Ein rauher, gefährlicher Pfad von etwa einer halben Meile führte zum Fuß der Klippen. Kein Wunder, daß der Gasthof bei den Schmugglern als sicherer Ort galt.
«Absitzen!»
Vom Hause her kamen noch zwei Gestalten, und als Bolitho sich aus dem Sattel schwang, sah er Metall glitzern.»Mir nach!»
Im Gastzimmer mit dem niedrigen Gebälk brannte nur eine Laterne, aber nach dem stockfinsteren Feldweg wirkte sie wie ein Leuchtturm. Der Raum stank nach Bier und Tabak, Speck und Dreck.
Der Wirt trat ins Lampenlicht, sich die Hände an einer langen schmutzigen Schürze reibend. Er sah genauso aus, wie Allday es beschrieben hatte: sein eines Auge schielte so stark, als wolle es aus der Höhle fallen.
«Hab nichts mit zu tun, Sir«, winselte er dünn.»Bitte vergessen Sie das nich'!«Er richtete sein gesundes Auge auf Bolitho und jammerte weiter:»Ich hab Ihren Vater gekannt, Sir, ein feiner Mann!»
