
Seltsamerweise schien der Mann eher befriedigt als zornig zu sein.»Da hört ihr's, Jungs! Mit solchen Leuten ist nicht zu verhandeln. Statt Zeit zu vergeuden, hättet ihr gleich auf mich hören sollen!»
Ein grauhaariger Deckoffizier fuhr dazwischen:»Sachte! Vielleicht erzählst du ihm erst mal das andere, worüber wir uns geeinigt haben?»
«Du Narr!«Der Sprecher wandte sich wieder an Bolitho.»Ich wußte, daß es so kommen würde. Die Jungs in Spithead haben gewonnen, weil sie zusammengehalten haben. Nächstes Mal lassen wir uns durch keine verdammten Versprechungen auseinanderbringen!»
Der Deckoffizier sagte rauh:»Würden Sie sich bitte dieses Buch ansehen, Sir. «Er schob es über den Tisch und blickte Bolitho dabei fest ins Gesicht.»Dreißig Jahre fahre ich zur See, als Junge und als Mann, und ich war noch nie an so einer Geschichte beteiligt, bei Gott nicht,
Sir.»
«Deswegen hängen sie dich doch, du Narr«, sagte der Sprecher verächtlich.»Aber zeig's ihm ruhig, wenn dir davon besser wird.»
Bolitho schlug das leinengebundene Buch auf und durchblätterte die Seiten. Es war das Strafbuch der Fregatte; und als er die saubergeschriebenen Eintragungen überflog, drehte sich ihm vor Abscheu der Magen um.
Keiner der Männer konnte wissen, was das Buch für ihn bedeutete. Sie versuchten nur, ihm zu zeigen, was sie durchgemacht hatten. Aber grundsätzlich sah sich Bolitho bei jedem Schiff, das er übernahm, zuerst das Strafbuch an. Er war überzeugt, daß es besser als alles andere zeigte, was der vorherige Kommandant für ein Mensch war.
Er wußte, daß sie ihn beobachteten, und spürte die Spannung im Raum wie etwas Körperliches. Die meisten der aufgeführten Vergehen waren banal und ziemlich typisch: ungebührliches Betragen, Ungehorsam, mangelnde Sorgfalt im Dienst, Unverschämtheit. Er wußte aus Erfahrung, daß sie größtenteils nicht viel mehr bedeuteten als Unwissenheit des Betreffenden.
