«Beim König. Schon fast die ganze Nacht.«

Es hatte eine Zeit gegeben, in der Lord Stannis ihn geweckt hätte, gleich zu welcher Stunde, damit er ihm mit Rat zur Seite stünde.»Man hätte es mir mitteilen sollen«, beschwerte sich Cressen.»Man hätte mich wecken sollen. «Er befreite seine Finger aus Shireens Griff.»Verzeiht, Mylady, aber ich muß mit Eurem Hohen Vater sprechen. Pylos, gebt mir Euren Arm. In dieser Burg gibt es so viele Stufen, und mir scheint es, jede Nacht würden ein paar hinzugefügt, nur um mich zu ärgern.«

Shireen und Flickenfratz folgten ihnen hinaus, aber das Mädchen wurde bald ungeduldig, weil der alte Mann so langsam dahinschlurfte, und so lief sie voraus, und der Narr wieselte hinter ihr her, wobei seine Kuhglocken laut klingelten.

Burgen sind keine angenehmen Aufenthaltsorte für den Gebrechlichen, erinnerte sich Cressen, während er die Wendeltreppe des Meeresdrachenturms hinabstieg. Er würde Lord Stannis im Saal mit der Bemalten Tafel vorfinden, oben in der Steintrommel, dem zentralen Bergfried, der seinen Namen trug, weil seine uralten Mauern bei Stürmen dröhnten und grollten. Um ihn zu erreichen, mußte er die Galerie überqueren, die mittlere und innere Mauer mit ihren wachenden Steinfiguren und den schwarzen Eisentoren passieren, und dann mehr Stufen wieder hinaufsteigen, als Cressen sich vorstellen mochte. Junge Männer nahmen stets zwei Stufen mit einem Schritt; mit den schmerzenden Hüften war jedoch jede einzelne für einen alten Mann eine Folter. Aber Lord Stannis würde es nicht einfallen, zu Cressen zu kommen, und daher fügte er sich der Tortur. Wenigstens stützte Pylos ihn, und dafür war er dankbar. So schlurften sie über die Galerie und gingen an einer Reihe hoher, gewölbter Fenster entlang, die einen Blick auf den äußeren Bergfried und das Fischerdorf darunter boten.



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