»Sie werden verzeihen, Sir. Aber ich sollte mir einen Brief zeigen lassen.«

Bedächtig nahm Poirot den gefalteten Brief aus seiner Tasche und reichte ihn dem Butler. Dieser warf einen flüchtigen Blick darauf und gab ihn mit einer Verbeugung zurück. Hercule Poirot steckte ihn wieder ein. Der Inhalt war einfach.


Northway House, W. 8

Sehr geehrter Mr. Poirot,

Mr. Benedict Farley möchte gern Ihren Rat in Anspruch nehmen. Wenn es Ihnen paßt, würde er es begrüßen, wenn Sie morgen, Donnerstag, um 21.30 Uhr bei ihm an der obengenannten Adresse vorsprechen würden.

Hochachtungsvoll Hugo Cornworthy (Sekretär)

P. S. Bringen Sie bitte diesen Brief mit.


Gewandt nahm der Butler Poirot Hut, Stock und Mantel ab und sagte: »Gestatten Sie, daß ich Sie nach oben in Mr. Cornworthys Zimmer bringe.«

Mit diesen Worten stieg er die breite Treppe hinan, und Poirot folgte ihm, wobei seine Augen voller Wohlgefallen auf solchen Kunstgegenständen ruhten, die einen üppigen, überladenen Charakter hatten. Sein Kunstgeschmack war stets etwas spießig gewesen.

Im ersten Stock klopfte der Butler an eine Tür.

Hercule Poirot zog die Augenbrauen ein wenig in die Höhe. Dies war der erste Mißklang. Denn die besten Butler klopfen nicht an - und dennoch handelte es sich hier zweifellos um einen erstklassigen Butler.

Es war sozusagen der erste Kontakt mit dem exzentrischen Wesen eines Millionärs.

Eine Stimme ertönte aus dem Innern, und der Butler öffnete die Tür. Gleichzeitig meldete er (und wiederum spürte Poirot ein absichtliches Abweichen vom Althergebrachten):

»Der Herr, den Sie erwarten, Sir.«

Poirot trat ins Zimmer. Es war ein ziemlich großer, einfach und praktisch ausgestatteter Raum, der Ablageschränke, einige Sessel und einen großen, imposanten, mit sorgfältig geordneten Papieren bedeckten Schreibtisch enthielt.



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