Die Ecken des Raumes waren in Dämmerlicht gehüllt, denn das einzige Licht kam von einer großen, grünbeschirmten Leselampe, die auf einem kleinen Tisch neben einem der Sessel stand. Sie war so gestellt, daß ihr voller Lichtschein auf jeden fiel, der sich von der Tür her näherte. Hercule Poirot blinzelte ein wenig in dem grellen Licht der mindestens 150kerzigen Birne. Im Sessel saß eine dünne Gestalt in einem Flickenschlafrock - Benedict Farley. Den Kopf hatte er in charakteristischer Haltung vorgestreckt, und die Hakennase ragte hervor wie der Schnabel eines Vogels. Eine weiße Haarmähne erhob sich wie der Kamm eines Kakadus über seiner Stirn. Seine Augen glitzerten hinter dicken Gläsern, als er seinen Besucher mißtrauisch aufs Korn nahm.

»He«, sagte er schließlich, und seine krächzende Stimme klang schrill und barsch. »Sie sind also Hercule Poirot, he?«

»Zu Diensten«, erwiderte Poirot höflich und verbeugte sich.

»Nehmen Sie Platz, nehmen Sie Platz«, sagte der alte Mann gereizt.

Hercule Poirot nahm Platz - im grellen Schein der Lampe.

Aus dem Schatten hinter der Lampe heraus schien der alte Mann ihn aufmerksam zu studieren.

»Wie kann ich wissen, daß Sie Hercule Poirot sind, he?« fragte er verdrießlich. »Sagen Sie mir das mal.«

Abermals zog Poirot den Brief aus der Tasche und reichte ihn Farley.

»Ja«, gab der Millionär grollend zu. »Stimmt. Das habe ich durch Cornworthy schreiben lassen.« Damit faltete er den Brief und warf ihn zurück. »Sie sind also der Knabe, ja?«

Mit einer kleinen Geste sagte Poirot:

»Ich versichere Ihnen, es handelt sich um keine Täuschung.«

Benedict Farley kicherte plötzlich.

»Das behauptet der Taschenspieler ebenfalls, ehe er die Karnickel aus dem Hut nimmt. Dieser Ausspruch gehört mit zum Trick.«

Poirot erwiderte nichts darauf. Farley sagte plötzlich:

»Sie halten mich wohl für einen mißtrauischen alten Mann, wie? Das bin ich auch. Traue keinem! Das ist mein Motto. Man kann auch niemandem trauen, wenn man reich ist. Nein, nein, das geht nicht.«



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