
»Ja«, stimmte ihm Poirot zu, während er den Kopf zurückzog und auf die öde Backsteinfläche starrte. »Ich glaube, daß die Wand eine wichtige Rolle spielt.«
»Meinen Sie - vom psychologischen Standpunkt aus?«
Poirot war inzwischen an den Schreibtisch getreten. Scheinbar müßig nahm er eine sogenannte Faulenzerzange in die Hand. Er preßte die Griffe zusammen, und die Zange schoß in ihrer ganzen Länge heraus. Sorgfältig hob er damit ein abgebranntes Streichholz vom Boden, das in einiger Entfernung neben einem Sessel lag, und beförderte es geschickt in den Papierkorb.
»Eine geistreiche Erfindung«, murmelte Hercule Poirot und legte die Zange wieder säuberlich auf den Schreibtisch. Dann setzte er hinzu: »Wo waren Mrs. Farley und Miss Farley zur Zeit des - Todes?«
»Mrs. Farley ruhte in ihrem Zimmer, das im nächsten Stock liegt, und Miss Farley malte in ihrem Atelier ganz oben im Haus.«
Hercule Poirot trommelte eine Zeitlang mit den Fingern auf den Tisch. Dann sagte er:
»Ich möchte gern mit Miss Farley sprechen. Würden Sie sie vielleicht bitten, für einen Augenblick hierherzukommen?«
Stillingfleet blickte ihn neugierig an und verließ dann das Zimmer. Bald darauf öffnete sich die Tür, und Joanna Farley kam herein.
»Sie haben hoffentlich nichts dagegen, Mademoiselle, wenn ich ein paar Fragen an Sie richte?«
Sie schenkte ihm einen kühlen Blick.
»Bitte, fragen Sie, was Sie wollen.«
»Haben Sie gewußt, daß Ihr Vater einen Revolver in seinem Schreibtisch aufbewahrte?«
»Nein.«
»Wo waren Sie und Ihre Mutter - oder vielmehr Ihre Stiefmutter - stimmt's?«
»Ja, Louise ist die zweite Frau meines Vaters. Sie ist nur acht Jahre älter als ich. Was wollten Sie noch sagen?«
»Wo waren Sie und Ihre Stiefmutter am Donnerstag abend in der vergangenen Woche?«
Sie überlegte eine Weile. »Donnerstag? Einen Augenblick. Ach ja, wir waren im Theater.«
