
Max kündigte am gleichen Tag und blieb die nächste Zeit zu Hause. Dort hatte Kurt bereits kampflos den Platz unter seinem Sessel erobert. Sie sprachen nicht viel miteinander. Wenn Max unbedingt Gassi gehen wollte, trottete Kurt eben mit.
Täglich langten drei Fan-E-Mails weniger ein. Nach zwei Wochen schrieb keiner mehr. Nach drei Wochen erhielt Max ein zu diesem Zeitpunkt bereits überraschendes Angebot von »Leben auf vier Pfoten«, dem vermutlich unbekanntesten Tiermagazin der Welt. Dort suchten sie einen Kolumnisten für »Treue Augenblicke«. Sie hatten an Max und Kurt gedacht. Das Herrl sollte wieder seinen lustigen Hund beschreiben. Dafür gebe es auch ein kleines Honorar. Max war gerührt und willigte sofort ein.
Das war vor eineinhalb Jahren. Von diesem Zeitpunkt an beschrieb er jede Woche die Bewegungsabläufe eines regungslosen Deutsch-Drahthaar. Er hatte sich sicherheitshalber noch nie gefragt, warum und für wen er das eigentlich tat. Vermutlich für Franz von Assisi.
Bis Montag Nachmittag hatte sich der Nebel nicht aufgelöst. Max war mit »Treue Augenblicke« fertig. Die Folge beschrieb einen Spaziergang mit Kurt im Nieselregen, die mit Abstand größte Aufregung der vergangenen Woche, denn Kurt war einer Pfütze ausgewichen.
Vor dem Verlassen des Büros überflog Max die eingelangten Mitteilungen in seiner Mailbox.
