
Und die Sache mit dem Weihnachtshund wohl ebenfalls. Der Typ hatte bereits zwanzig Minuten Überzeit, das sollte genügen. Katrin hatte den Termin somit zwar erfolglos, aber heil überstanden. Draußen regnete es gefrierend. In der Ordination blühten ihr an diesem Tag noch sieben Patienten. Am Abend konnte sie eventuell mit Freunden ins Kino gehen.
In der verbleibenden Mittagszeit verspürte sie den dringenden Wunsch sich zu belohnen. Zum Glück war es nicht weit zum nächsten italienischen Schuhgeschäft. Die Menschen auf der Straße bildeten gefrierende Regensäulen. Vor der überdachten Punschhütte wand ein Weihnachtsmann seine nasse Mütze aus. Daneben lag ein eingerollter großer Hund an einer Leine. Die Leine war gespannt. Am anderen Ende stemmte sich jemand wie ein Surfer im Tornado dagegen. Es gibt schon verrückte Bilder, dachte Katrin.
5. Dezember
Am Krampusvormittag ging der morgendliche gefrierende Regen in Schneeregen, dieser in Regenschnee und Letztgenannter in Schneeschauer über. Zu Mittag ging der Schneeschauer in Schauer über, der Schauer wenig später in Regenschauer, der Regenschauer in gefrierenden Schneeschauer, dieser in Graupel, der Graupel in Nieselgraupel, welcher via Graupel zu Schneeschauer zurückkehrte. Am späten Nachmittag hörte der Niederschlag auf und es bildete sich bei um den Gefrierpunkt schwirrenden Temperaturen beständiger Nebel mit einer Obergrenze von ungefähr 11.500 Metern. Darüber schien angeblich die Sonne.
