
«Scheuch!»
«Was sagst du'?»
«Scheuch. Man hat mich so getauft, weil ich die Krähen verscheuchen muß. Und wie heißt du?»
«Elli.»
«Ein schöner Name!»
Das Mädchen war sprachlos. Es konnte nicht begreifen, wie eine Strohpuppe mit bemaltem Gesicht gehen und sprechen konnte.
Totoschka aber war empört.
«Und warum sagst du mir nicht guten Tag'?» rief er zornig.
«Ach, bitte um Verzeihung!» entschuldigte sich der Scheuch und drückte des Hündchens Pfote. «Ich habe die Ehre, mich vorzustellen: Scheuch!»
«Sehr angenehm. Mein Name ist Toto. Meine besten Freunde dürfen mich aber Totoschka nennen!»
«Oh, lieber Scheuch, wie froh ich bin, deinen sehnlichsten Wunsch erfüllt zu haben!» sagte Elli.
«Verzeih, Elli», entgegnete der Scheuch und machte wieder einen Knicks. «Aber ich hab mich wohl geirrt, denn mein sehnlichster Wunsch ist ein Gehirn.»
«Ein Gehirn?»
«Na ja, ein Gehirn. Es ist doch nicht angenehm, wenn man einen Kopf voll Stroh hat.»
«Du lügst ja!» sagte Elli vorwurfsvoll.
«Lügen? Was ist das? Man hat mich erst gestern gemacht,
und ich versteh noch nichts…'
«Wieso verstehst du dann, daß du Stroh im Kopf hast und kein Gehirn wie die Menschen?»
«Das hat mir eine Krähe gesagt, als wir uns zankten. Ich will's dir erzählen. Heute morgen flog eine große struppige Krähe in meiner Nähe herum, die vom Weizen bei weitem nicht so viel fraß, wie sie auf der Erde verstreute. Dann setzte sie sich frech auf meine Schulter, pickte mich in die Wange und höhnte: Kaggi-kar!, und das nennt sich ein Scheuch! Welcher Kauz von einem Farmer hat sich einbilden können, daß wir Krähen uns vor ihm fürchten würden…' Du wirst verstehen, Elli, daß ich wütend war und unbedingt etwas erwidern mußte. Ich strengte mich furchtbar an, und dann gelang es mir plötzlich.
