Unter der Decke hing ein riesiges ausgestopftes Krokodil. Auf hohen Stäben saßen große Uhus, und von der Decke hingen Bündel getrockneter Mäuse herab, mit den Schwänzen an Schnürchen festgebunden wie Zwiebeln. Eine lange dicke Schlange, die sich um einen Pfeiler gewunden hatte, schaukelte gleichmäßig ihren bunten flachen Kopf. Diese und viele andere seltsame und grausige Dinge gab es in der weiten Höhle Gingemas.

Sie braute in einem großen verräucherten Kessel einen Zaubertrank, in den sie Mäuse hineinwarf, die sie, eine nach der andern, von dem Bündel pflückte.

«Wo hab ich nur die Schlangenköpfe hingetan?» brummte Gingema böse vor sich hin. «Ich habe sie doch nicht alle beim Frühstück aufgegessen. Oh, da sind sie ja, im grünen Topf. Das wird ein prächtiger Trank!… Jetzt will ich's den verfluchten Menschen heimzahlen! Wie ich sie hasse!… Sie haben sich über die Welt verbreitet, die Sümpfe trockengelegt und die finsteren Wälder abgeholzt!… Alle Frösche haben sie ausgerottet!… Sie vernichten die Schlangen! Keinen Leckerbissen haben sie auf der Erde gelassen! Soll ich mich jetzt nur noch mit Würmern und Spinnen laben?…»

Gingema schüttelte drohend ihre knochige Faust und warf Schlangenköpfe in den Kessel.

«Uh, diese verhaßten Menschen! So, nun ist der Trank fertig. Auf daß ihr an ihm verrecket! Ich werde Wald und Feld damit besprengen, und ein Sturm wird ausbrechen, wie ihn die Welt noch nicht erlebt hat!»

Gingema faßte den Kessel an den Henkeln und trug ihn keuchend aus der Höhle. Dann tauchte sie einen großen Besen ein und begann das Gebräu um sich zu verspritzen. «Entlade dich, Sturm! Brause durch die Welt wie ein reißendes Tier. Zerbreche, zermalme, zerschmettre! Stürze die Häuser um, heb sie in die Luft! Sussaka, massaka, lema, rema, gema!… Burido, furido, sema, pema, fema!…»

Sie stieß die Zauberworte hervor und fuchtelte mit dem zerzausten Besen. Der Himmel verfinsterte sich, Wolken zogen herauf, der Wind heulte, Blitze zuckten in der Ferne…



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