
»Ich schicke einen Polizisten hin. Dürfte ich Ihren Namen, die Anschrift und Telefonnummer erfahren?«
Diane nannte sie ihm. Sinnlos, dachte sie. Sie warf einen kurzen Blick auf die zertrümmerte Heckscheibe, und wieder lief es ihr eiskalt über den Rücken. Am liebsten hätte sie Richard angerufen und ihm von dem Vorfall berichtet, aber sie wusste, dass er mit einem dringenden Projekt beschäftigt war. Wenn sie ihn anrief und ihm davon erzählte, wäre er außer sich und würde sofort zu ihr kommen - und sie wollte nicht, dass er den Termin versäumte. Sie würde es ihm sagen, wenn er von der Arbeit nach Hause kam.
Und mit einem Mal kam ihr ein schrecklicher Gedanke. Hatte der Mann ihr aufgelauert, oder war das alles nur ein Zufall? Sie dachte an das Gespräch, das sie mit Richard geführt hatte, als der Prozess begann. Meiner Meinung nach solltest du nicht aussagen, Diane. Das könnte gefährlich werden.
Keine Sorge, Liebling. Altieri wird verurteilt werden. Die sperren ihn für immer ein.
Aber er hat Freunde und ...
Richard, wenn ich das nicht mache, kann ich nicht mehr in den Spiegel schauen.
Es muss ein Zufall gewesen sein, sagte sich Diane. Altieri ist doch nicht so verrückt, mir etwas anzutun, vor allem jetzt, während des Prozesses.
Diane bog von der Schnellstraße ab und fuhr in Richtung Westen, bis sie zu ihrem Apartmentgebäude an der Östlichen Fünfundsiebzigsten Straße kam. Vor der Einfahrt in die Tiefgarage warf sie einen letzten aufmerksamen Blick durch die Heckscheibe. Alles wirkte so wie immer.
Das Apartment war eine helle Maisonette mit einem geräumigen Wohnzimmer, hohen, vom Boden bis zur Decke reichenden Fenstern und einem mit Marmor verkleideten Kamin im Erdgeschoss. Es war mit geblümten Sofas, Sesseln, einem eingebauten Bücherregal und einem großen Fernsehapparat ausgestattet. An den Wänden hingen farbenfrohe Gemälde - ein Childe Hassam, ein Jules Pascin, ein Thomas Birch, ein George Hitchcock, dazu eine Reihe von Dianes eigenen Bildern.
