Diane gab ihm einen langen, leidenschaftlichen Kuss.

Paris war das reinste Wunderland. Zuerst gingen sie zu Givenchy und kleideten sich von Kopf bis Fuß neu ein, dann schauten sie bei Louis Vuitton vorbei und kauften sich die nötigen Koffer und Taschen.

Sie spazierten die Champs-Elysees entlang zur Place de la Concorde, bestaunten den berühmten Triumphbogen, sahen sich das Palais Bourbon und die Madeleine an. Sie liefen über die Place Vendome und verbrachten einen ganzen Tag im Louvre. Sie schlenderten durch den Skulpturengarten des Musée Rodin und speisten abends bei Kerzenschein in der Auberge de Trois Bonheurs, im Au Petit Chez Sois und im Chez Eux.

Das Einzige, was Diane merkwürdig vorkam, waren die Telefonanrufe, die Richard zu den unmöglichsten Zeiten erhielt.

»Wer war das?«, fragte Diane einmal um drei Uhr morgens, als Richard wieder ein Telefongespräch beendet hatte.

»Nur eine Routineangelegenheit.«

Mitten in der Nacht?

»Diane! Diane!«

Sie schreckte aus ihrem Tagtraum auf. Carolyn Ter beugte sich über sie. »Ist alles in Ordnung?«

»Ich ... Mir fehlt nichts.«

Carolyn schloss Diane in die Arme. »Du musst dir Zeit lassen. Es ist ja erst ein paar Tage her.« Sie zögerte kurz.

»Übrigens, hast du schon die Vorbereitungen für die Beerdigung getroffen?«

Beerdigung. Das trostloseste Wort, das es gab.

»Ich . habe das noch nicht . über mich gebracht .«

»Ich helfe dir dabei. Ich suche einen Sarg aus und .«

»Nein!«, versetzte sie schärfer als beabsichtigt.

Carolyn blickte sie verdutzt an.

Dianes Stimme bebte, als sie wieder das Wort ergriff.

»Verstehst du das denn nicht? Das ist ... das ist das Letzte, was ich für Richard tun kann. Ich möchte ihm eine Beerdigung ausrichten, die etwas Besonderes ist. Ich möchte, dass alle seine Freunde da sind und sich von ihm verabschieden.«



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