Richter Turner zitierte Ethel am nächsten Morgen zu sich ins Herrenzimmer und sagte: »In meinem Haus beschäftige ich keine Hure. Sie sind entlassen.«

Da sie weder Geld hatte noch eine anständige Ausbildung oder einen erlernten Beruf vorweisen konnte, arbeitete sie als Putzfrau in einer Fabrik, wo sie endlos viele Überstunden machen musste, um sich und ihre neugeborene Tochter durchzubringen. Nach fünf Jahren aber hatte Ethel so viel Geld gespart, dass sie sich ein heruntergekommenenes Holzhaus kaufen konnte, das sie renovierte und zu einer Männerpension umbaute. Sie richtete ein Wohnzimmer ein, ein Esszimmer, vier Schlafzimmer und eine Wäschekammer, in der Kelly schlief.

Fortan verkehrten immer wieder andere Männer im Haus.

»Das sind deine Onkel«, erklärte ihr Ethel. »Ärger sie nicht.«

Kelly freute sich, dass sie so eine große Familie hatte, bis sie eines Tages alt genug war, um zu begreifen, dass es sich um lauter fremde Männer handelte.

Eines Nachts, als Kelly acht Jahre alt war und in ihrer kleinen, dunklen Kammer schlief, wurde sie von einem heiseren Geflüster geweckt. »Schscht! Sei still.«

Kelly spürte, wie ihr Nachthemd hochgeschlagen wurde, und ehe sie protestieren konnte, war einer ihrer »Onkel« über ihr und hielt ihr den Mund zu. Sie wollte sich zur Wehr setzen, als er ihre Beine mit Gewalt auseinander drückte, doch er hielt sie fest. Sie spürte, wie er in sie eindrang, dann nahm sie nur noch den grässlichen Schmerz war, der sich in ihr ausbreitete. Der Mann ließ nicht von ihr ab, drang unbarmherzig in sie ein, tiefer und tiefer, rieb sie wund. Kelly spürte, wie warmes Blut aus ihr quoll. Lautlos schrie sie auf, hatte Angst, jeden Moment die Besinnung zu verlieren. Sie war gefangen wie ein Tier in der Falle, hier, in der schrecklichen Dunkelheit ihrer Kammer.

Nach einer halben Ewigkeit, so jedenfalls kam es ihr vor, lief ein Schauer durch seinen Körper, und endlich zog er sich zurück.



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