Diane warf einen Blick zum Verteidigertisch. Altieri betrachtete sie mit unverhohlener Feindseligkeit.

Sie schaute weg. »Ich konnte nicht dort bleiben, weil ich ... Ich hatte Angst, dass die Männer aus der Hütte kommen und mich sehen könnten.«

»Das ist durchaus verständlich.« Rubinsteins Tonfall wurde härter. »Nicht verständlich aber ist meines Erachtens, dass niemand dort war, als die Polizei auf Ihren Notruf hin zu der Hütte kam, Mrs. Stevens, und dass sie keinerlei Hinweis darauf fand, dass überhaupt jemand dort gewesen war, geschweige denn ermordet wurde.«

»Ich kann’s nicht ändern. Ich .«

»Sie sind Künstlerin, nicht wahr?«

Die Frage brachte sie einen Moment lang aus der Fassung.

»Ja, ich ...«

»Sind Sie erfolgreich?«

»Ich nehme es doch an, aber was hat das ...?«:

Höchste Zeit, dass er den Haken setzte.

»Ein bisschen zusätzliche Publicity kann nichts schaden, oder? Sie werden im ganzen Land in den Abendnachrichten im Fernsehen gesehen und tauchen auf den Titelseiten der Zeitungen ...«

Wütend blickte Diane ihn an. »Ich habe das nicht der Publicity wegen getan. Ich würde niemals einen unschuldigen Mann ins.«

»Das Schlüsselwort ist unschuldig, Mrs. Stevens. Und ich werde eindeutig beweisen, dass Mr. Altieri unschuldig ist. Vielen Dank. Ich bin fertig mit Ihnen.«

Diane Stevens überhörte die Doppeldeutigkeit. Sie kochte innerlich, als sie aus dem Zeugenstand trat und zu ihrem Platz zurückkehrte. Im Flüsterton fragte sie den Staatsanwalt: »Kann ich gehen?«

»Ja. Ich schicke jemanden mit.«

»Das ist nicht nötig. Vielen Dank.«

Die Worte des Verteidigers hallten ihr in den Ohren wider, als sie durch die Tür zum Parkhaus ging.

Sie sind Künstlerin, nicht wahr? ... Ein bisschen zusätzliche Publicity kann nichts schaden, oder? Eine Unverschämtheit. Dennoch war sie mit ihrer Aussage alles in allem zufrieden. Sie hatte den Geschworenen genau das geschildert, was sie gesehen hatte, und sie hatten keinerlei Grund, an ihren Worten zu zweifeln. Anthony Altieri würde verurteilt werden und den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Dennoch musste Diane an den giftigen Blick denken, mit dem er sie bedacht hatte, und unwillkürlich erschauderte sie.



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