
«Wer ist als Nächstes dran?«fragte Spicer.
T. Karl zögerte kurz und sagte dann:»Ass.«
Für einen Augenblick war es totenstill, doch dann ertönte großer Lärm: Drängelnd und stoßend rückten die Gefangenen ihre Plastikstühle vor.»Das reicht jetzt!«rief T. Karl. Die Zuschauer waren weniger als sechs Meter vom Richtertisch entfernt.
«Die Würde des Gerichts wird gewahrt bleiben!«erklärte er.
Dieser Fall schwelte seit Monaten vor sich hin. ASS war ein junger Wall-Street-Gauner, der ein paar reiche Klienten betrogen hatte. Der Verbleib von vier Millionen Dollar war nie geklärt worden und Gerüchte besagten, dass ASS sie irgendwo im Ausland geparkt hatte und von Trumble aus verwaltete. Er hatte noch sechs Jahre vor sich und würde, wenn er zur Bewährung entlassen wurde, fast vierzig sein. Man nahm allgemein an, dass er vorhatte, seine Strafe in Ruhe abzusitzen, bis zu jenem herrlichen Tag, an dem er als noch junger Mann das Gefängnis verlassen und in einem Privatjet zu jener warmen Insel mit schönen Stranden fliegen würde, wo sein Geld ihn erwartete.
Hier im Gefängnis wurde die Geschichte noch ausgeschmückt, nicht zuletzt deshalb, weil ASS Abstand zu den anderen Gefangenen hielt, täglich stundenlang die Börsenkurse studierte und völlig unverständliche Wirtschaftszeitungen las. Selbst der Direktor hatte versucht, ihm ein paar Börsentipps zu entlocken.
Ein ehemaliger Rechtsanwalt namens Rook hatte sich an ASS herangemacht und ihn irgendwie überredet, einem Investmentclub, der sich einmal pro Woche in der Gefängniskapelle traf, hin und wieder ein paar Ratschläge zu geben. Im Namen dieses Clubs hatte Rook ASS wegen Betrugs verklagt.
Rook trat in den Zeugenstand und gab seine Version der Geschichte zum Besten. Die üblichen Verfahrensregeln waren aufgehoben, damit die Wahrheitsfindung schnell erfolgen konnte — ganz gleich, welche Form die Wahrheit annahm.
