»Dürfte gar nicht meine Aufgabe sein, sie zu fesseln«, schnaubte Botting, lockerte aber die Fessel an ihren Ellbogen ein bisschen, worauf sie ihm mit einem jämmerlichen Kopfnicken dankte.

»Sie wäre sicher recht hübsch, wenn sie gewaschen wäre«, sagte Logan.

Sir Henry zählte die Töpfe im Kamin. Alles erschien ihm unwirklich. Gott steh mir bei, dachte er, Gott steh mir bei.

»Jemmy!«, grüßte der Straßenräuber den Henker schnaubend, nachdem seine Fußeisen durchtrennt waren.

»Komm her, Bursche.« Botting überhörte die Vertraulichkeit. »Trink das und leg deine Arme an die Seiten.«

Der Straßenräuber legte eine Münze neben den Becher auf den Tisch. »Für dich, Jemmy.«

»Bist ein guter Kerl«, sagte der Henker leise. Für die Münze würde Botting dem Straßenräuber die Arme nicht allzu fest binden und dafür sorgen, dass sein Tod so schnell wie möglich einträte.

»Eleanor sagt, sie ist über die Verlobung hinweg«, sagte Sir Henry, immer noch mit dem Rücken zu den Gefangenen, »aber ich glaube ihr nicht. Sie ist sehr unglücklich, das spüre ich. Weißt du, manchmal frage ich mich, ob sie vielleicht verdreht ist.«

»Verdreht?«

»Logan, ich habe den Eindruck, dass sie sich nur noch mehr zu Sandman hingezogen fühlt, seit die Verlobung gelöst wurde.«

»Er war ein sehr anständiger junger Mann«, stellte Logan fest.

»Er ist ein sehr anständiger junger Mann«, stimmte Sir Henry zu.

»Aber so skrupelhaft, dass es schon fast ein Makel ist«, sagte Logan.

»Allerdings«, bestätigte Sir Henry. Er starrte nun zu Boden in dem Bemühen, das leise Schluchzen des Mädchens zu überhören. »Der junge Sandman ist ein guter Mann, ein sehr guter Mann, aber mittlerweile ohne Aussichten. Völlig ohne Aussichten! Und Eleanor kann schließlich nicht in eine Familie heiraten, die in Schande geraten ist.«

»Wahrhaftig nicht«, pflichtete Logan bei.



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