
»Sie sagt, sie kann, aber so ist Eleanor nun mal«, sagte Sir Henry kopfschüttelnd. »Und Rider Sandman trifft an alledem keine Schuld, aber er steht jetzt ohne einen Penny da. Völlig mittellos.«
Logan runzelte die Stirn. »Er bekommt doch sicher eine Pension?«
Sir Henry schüttelte den Kopf. »Er hat sein Offizierspatent verkauft, um den Unterhalt seiner Mutter und seiner Schwester zu bestreiten.«
»Er unterhält seine Mutter? Diese grässliche Frau? Armer Sandman.« Logan lachte leise. »Aber Eleanor mangelt es doch gewiss nicht an Verehrern?«
»Ganz und gar nicht.« Sir Henry klang bedrückt. »Sie stehen Schlange, Logan, aber Eleanor findet an allen etwas auszusetzen.«
»Das kann sie gut«, sagte Logan leise, aber ohne Bosheit, denn er mochte die Tochter seines Freundes, auch wenn er sie für allzu verwöhnt hielt. Eleanor war zwar tatsächlich klug und allzu belesen, aber das war noch lange kein Grund, ihr Zaumzeug, Peitsche und Sporen zu ersparen. »Aber sie wird doch sicher bald heiraten?«, erkundigte er sich.
»Sicher«, sagte Sir Henry trocken, denn seine Tochter war nicht nur attraktiv, es war auch allgemein bekannt, dass Sir Henry ihrem zukünftigen Ehemann ein stattliches Einkommen sichern würde. Daher war Sir Henry manchmal auch versucht, sie Rider Sandman heiraten zu lassen, aber ihre Mutter wollte nichts davon hören. Florence strebte für Eleanor einen Adelstitel an, und den besaß Rider Sandman nicht. Und da er nun auch kein Vermögen mehr hatte, würde die Ehe zwischen Captain Sandman und Miss Forrest wohl nicht zustande kommen. Sir Henrys Grübeleien über die Aussichten seiner Tochter nahmen ein jähes Ende, als das zum Tode verurteilte Mädchen so jämmerlich aufschrie, dass Sir Henry sich erschrocken umdrehte. James Botting hatte einen der kräftigen Stricke auf ihre Schultern gelegt, und das Mädchen schrie, als sei der Bridport-Hanf mit Säure getränkt.
»Ruhig, mein Kind«, sagte Reverend Cotton, schlug sein Gebetbuch auf und trat einige Schritte von den vier Gefangenen zurück, die nun alle gefesselt waren.
