
»Das war nie Aufgabe des Henkers«, beklagte sich James Botting, bevor der Ordinarius mit den Gebeten für die Seelen der Todgeweihten beginnen konnte. »Der Strangknecht hat im Hof – im Hof – die Eisen abgeschlagen und die Fesseln angelegt! Der Strangknecht. Das Fesseln war nie Aufgabe des Henkers!«
»Er meint, das habe sein Helfer erledigt«, flüsterte Logan.
»Er weiß also, weshalb wir hier sind?«, fragte Sir Henry, während der Sheriff und sein Vertreter, beide in bodenlangen Roben und Amtsketten sowie einem Stab mit Silberspitze in der Hand, offenkundig zufrieden waren, dass die Gefangenen ordnungsgemäß vorbereitet waren, und zum Verwalter traten, der dem Sheriff mit einer förmlichen Verbeugung ein Schriftstück reichte.
»Ich bin die Auferstehung und das Leben«, hob Reverend Cotton mit lauter Stimme an, »wer an mich glaubt, soll leben, auch wenn er stirbt.«
Der Sheriff warf einen Blick auf das Dokument und steckte es mit einem Kopfnicken in eine Tasche seiner pelzbesetzten Robe. Bisher waren die Gefangenen der Obhut des Gefängnisverwalters von Newgate unterstellt, nun gehörten sie dem Sheriff der Stadt London, der, nachdem die Formalitäten erledigt waren, mit ausgestreckter Hand und verbindlichem Lächeln auf Sir Henry zu kam. »Sie sind zum Frühstück gekommen, Sir Henry?«
»Mein Amt führt mich her«, erklärte Sir Henry streng, »aber es ist schön, Sie zu sehen, Rothwell.«
»Sie müssen unbedingt zum Frühstück bleiben«, sagte der Sheriff, während der Ordinarius die Totengebete sprach. »Es gibt hervorragende scharfe Nierchen.«
»Frühstück bekomme ich auch zu Hause«, sagte Sir Henry. »Nein, ich bin hier, weil Botting einen Gehilfen beantragt hat, und wir dachten, bevor wir diese Ausgabe genehmigen, sollten wir uns selbst ein Urteil bilden, ob er einen solchen braucht. Sie kennen Mister Logan?«
