
»Der Ratsherr und ich sind alte Bekannte«, antwortete der Sheriff und schüttelte Logan die Hand. »Dem Mann einen Gehilfen zu geben, hat den Vorteil, dass er bereits seinen Nachfolger ausbildet«, erklärte er Sir Henry leise. »Und falls es auf dem Galgengerüst Schwierigkeiten gibt, sind zwei Männer besser als einer. Schön, Sie zu sehen, Sir Henry, und auch Sie, Mister Logan.« Mit gefasster Miene wandte er sich Botting zu: »Sind Sie bereit, Botting?«
»Alles bereit, Sir, alles bereit«, antwortete Botting, nahm . die vier weißen Säcke und steckte sie in eine Tasche.
»Wir können uns beim Frühstück unterhalten«, sagte der Sheriff zu Sir Henry. »Scharfe Nierchen! Ich habe sie schon im Vorbeigehen gerochen.« Er zog eine Zwiebeluhr aus seinem Uhrtäschchen und ließ den Deckel aufspringen. »Zeit zu gehen, denke ich, Zeit zu gehen.«
Der Sheriff führte die Prozession aus dem Aufenthaltsraum über den schmalen Presshof. Reverend Cotton hatte eine Hand in den Nacken des Mädchens gelegt, um es zu führen, während er laut die Totengebete sprach, die er bereits am Tag zuvor in der Kapelle beim Seelenamt für die zum Tode Verurteilten gebetet hatte. Die vier Gefangenen hatten in der berüchtigten schwarzen Kirchenbank neben dem aufgebahrten Sarg gekniet, und der Ordinarius hatte ihnen das Seelenamt gelesen und gepredigt, sie würden für ihre Sünden bestraft, wie Gott es befohlen habe. Er hatte die Flammen der Hölle geschildert, die sie erwarteten, die teuflischen Qualen, die man ihnen bereiten würde, und hatte das Mädchen und einen der beiden Mörder zu Tränen gerührt. Auf der Empore der Kapelle hatten sich Zuschauer gedrängt, die einen Schilling sechs Pence bezahlt hatten, um den letzten Gottesdienst der vier verdammten Seelen mitzuerleben.
Die Gefangenen in den Zellen am Presshof riefen Beschimpfungen und Abschiedsgrüße, als die Prozession nun vorüberzog. Sir Henry erschrak über den Lärm und wunderte sich über eine Frauenstimme, die Verwünschungen schrie. »Männer und Frauen teilen sich doch nicht etwa die Zellen?«, fragte er.
