
Sir Henry musterte Bottings entstelltes Gesicht. »Die heilende Hand scheint aber beim Henker nicht zu wirken, nicht wahr?«
»Kein schöner Anblick«, pflichtete Logan ihm grinsend bei, dann hob er die Hand. »Hörst du?«
Sir Henry hörte ein Klirren. Im Raum wurde es still, und er spürte eine kalte Angst. Er verachtete sich für die Lüsternheit, die ihn veranlasst hatte, zu diesem Frühstück zu kommen, und sah nun schaudernd, wie die Tür zum Presshof sich öffnete.
Ein weiterer Wärter kam herein. Er grüßte den Verwalter, indem er sich mit dem Fingerknöchel an die Stirn tippte, und stellte sich neben einen niedrigen Holzblock, der auf dem Boden stand. Er hielt einen kräftigen Hammer in der Hand, und Sir Henry überlegte, welchem Zweck er dienen mochte, wollte aber nicht fragen. Die Gäste, die der Tür am nächsten standen, nahmen ihre Hüte ab, weil der Sheriff und sein Vertreter die Gefangenen in den Aufenthaltsraum führten. Es waren vier, drei Männer und eine junge Frau, kaum mehr als ein Mädchen mit bleichem, vor Angst verzerrtem Gesicht.
»Branntwein, Sir?« Ein Diener des Gefängnisverwalters trat zu Matthew Logan und Sir Henry.
»Danke«, sagte Logan und nahm zwei der Becher. Einen reichte er Sir Henry. »Der Branntwein ist zwar schlecht«, raunte er ihm zu, »aber gut zur Vorbeugung. Beruhigt den Magen.«
Die Gefängnisglocke begann zu läuten und ließ das Mädchen aufschrecken. Der Wärter befahl dem Kind, einen Fuß auf den Holzblock zu stellen, damit er ihr die Fußeisen abschlagen konnte. Sir Henry, der den Gefängnisgestank schon lange nicht mehr wahrnahm, trank den Branntwein und fürchtete, ihn nicht bei sich zu behalten. Er fühlte sich leicht benommen und unwirklich. Der Wärter schlug die Nieten der ersten Fußfessel ab, und Sir Henry bemerkte, dass der Knöchel des Mädchens voller Schwären war.
