
Draußen rauschte eintönig der Regen. Beide schwiegen und hingen ihren Gedanken nach, die der Tochter galten. Dabei hatten sie noch nicht mal eine Ahnung von den Dingen, die nach ihrer Abreise passiert waren. Denn zwischen der Erde und dem Planeten Irena gab es eine Reihe geheimnisvoller Tunnel, die eine direkte Verbindung zur jeweils anderen Welt ermöglichten. Die Erdenbewohner wußten nur nichts davon. Sie wunderten sich zwar, wenn an manchen Stellen der Ozeane, wie zum Beispiel in dem berühmten Bermudadreieck, immer wieder Schiffe mit all ihren Passagieren spurlos verschwanden, schoben das aber auf die unergründliche Natur. Doch die eigentliche Schuld trugen die Massaren, eine bestimmte Menschengruppe auf der Irena. Sie hatten die Macht auf ihrem Planeten und nutzten diese Schächte, um die Erde zu erforschen, ja, um sie später sogar zu erobern.
Durch einen dummen Zufall war nun Viola in so einen Tunnel und in eine Zwischenwelt, das sogenannte Elmenland, gelangt. Sie und ihre Eltern gehörten nicht zu den Massaren, sondern zu den Vitanten, die den Menschen Gutes wollten, aber keine Macht besaßen.
Im Elmenland herrschte ein wüstes Durcheinander von Dingen und Erscheinungen. Die Menschen verloren dort ihre körperliche Gestalt und wurden zu durchscheinenden Wesen, die aus elektromagnetischen Wellen bestanden. Diese Wesen, die Elme, hatten einen Doppelgänger, mit dem sie nur noch lose verbunden waren. Ohne ihn vermochten sie nicht wieder aus dem Tunnel zu gelangen. Nichtsdestoweniger lebten sie, konnten sich bewegen, unterhalten und nach Belieben ihre Form verändern.
Zum Glück war Viola im Elmenland nicht allein, sie hatte einen Jungen von der Erde getroffen. Kostja wollte seinen Papierdrachen fliegen lassen und war dabei gleichfalls in so einen Schacht geraten. Auch Viktor Stepanowitsch, ein Geologe, und sein Begleiter, der Jäger Kusmitsch, befanden sich im Elmenland. Viola und Kostja hätten sich nie aus ihrer schlimmen Lage befreien können, wären nicht diese beiden Männer und der Krake Prim gewesen, der über hypnotische Kräfte verfügte. Der Krake war ein selbstloser Freund. Er opferte schließlich seinen einzigen Schatz, eine wunderbare Haliotisperle, um den Kindern zu helfen.
