
»Hier«, sagte sie kalt.
Arha blieb stehen. So oft war sie schon an der Mauer entlanggegangen, daß sie diese genauso gut kannte wie die Stätte, wo sie jeden Zoll, jeden Stein, jeden Dorn und jede Distel kannte. Links von ihr erhob sich die Mauer, dreimal so hoch wie sie selbst, rechts von ihr fiel der Hügel stufenweise ab gegen ein flaches, dürres Tal, das sich auf der anderen Seite gegen die Ausläufer der westlichen Bergkette erhob. Sie ließ ihren Blick über den Boden schweifen, aber sie sah nichts Besonderes, alles sah aus wie sonst.
»Unter dem roten Felsen, Herrin!«
Etwas unterhalb des Hügels war ein treppenähnlicher Felsvorsprung aus roter Lava. Als sie zu dem Vorsprung hinuntergegangen war und direkt davor stand, kam er ihr wieeine ungefüge Tür, etwa eineinhalb Meter hoch, vor.
»Was muß ich jetzt tun?«
Sie wußte aus Erfahrung, daß es nutzlos war, zu versuchen, an geheiligten Stellen eine Tür zu öffnen, bevor man nicht genau wußte, wie sie geöffnet werden kann.
»Meine Herrin hat alle Schlüssel zu den dunklen Orten.«
Nachdem sie in die Gemeinschaft der Frauen aufgenommen worden war, hatte man ihr einen Schlüsselring gegeben, an dem ein kleiner Dolch und dreizehn Schlüssel hingen, manche groß und schwer, andere so klein wie Angelhaken. Diese hob sie nun hoch und breitete sie aus. »Der da«, sagte Kossil und deutete auf einen Schlüssel. Dann steckte sie ihren plumpen Zeigefinger in eine Spalte zwischen den beiden roten ausgehöhlten Felsen.
