Der Schlüssel war lang und rund, mit zwei reichverzierten Bärten, und paßte in die Spalte. Arha packte ihn mit beiden Händen und drehte ihn nach links. Es ging schwer, und er bewegte sich langsam, doch er drehte sich ohne zu stocken.

»Und jetzt?«

»Miteinander …«

Gemeinsam drückten sie das rauhe Gestein links neben dem Schlüsselloch nach innen. Schwerfällig, doch lautlos und ohne hängenzubleiben, glitt ein ungleichmäßiges rotes Felsstück nach innen, bis ein schmaler Spalt sichtbar wurde. Innen war alles pechrabenschwarz.

Arha beugte sich nieder und trat ein.

Kossil, die beleibt und dazu noch dick angezogen war, hatte Mühe, sich durch den engen Spalt zu zwängen. Sobald sie drinnen war, lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Tür, nahm ihre Kraft zusammen und stemmte sich gegen das Felsstück, bis es sich hinter ihr schloß.

Es war völlig finster. Kein Lichtschimmer fiel in die Dunkelheit, die sich wie nasser Filz über die Augen legte.

Sie mußten sich tief beugen, denn dort, wo sie standen, war es nicht viel höher als ein Meter und sehr eng, Arha konnte den feuchten Fels links und rechts neben sich fühlen.

»Haben Sie ein Licht mitgebracht?« Arha flüsterte, wie man es oft in der Dunkelheit tut.

»Nein, ich habe kein Licht mitgebracht«, antwortete Kossil hinter ihr. Auch Kossil sprach leise, doch in ihrer Stimme lag ein fremder Ton, als lächle sie. Und Kossil lächelte nie. Arhas Herz begann laut zu schlagen; das Blut pulsierte in ihrem Hals. Sie redete sich inständig zu: Dies ist mein Besitz, hierher gehöre ich, ich will mich nicht fürchten!

Aber kein Wort kam über ihre Lippen. Sie begann sich langsam vorwärts zu bewegen, es gab keinen anderen Weg. Er führte in den Hügel hinein und hinab.



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