Zwei große Frauen erschienen, riesenhaft in ihren schwarzen Gewändern, die eine hager und steif, die andere schwer und schwankend, wenn sie ihre Füße aufsetzte. Zwischen ihnen schritt ein ungefähr sechs Jahre altes Kind. Es trug ein glattes, weißes, ärmelloses Gewand. Der Kopf, die Arme und die Beine waren unbedeckt, und es war barfuß. Es sah sehr klein aus. Am Fuße der Stufen, die zum Thron hinaufführten, wo die anderen in dunklen Reihen wartend standen, hielten die beiden großen Frauen an. Sie gaben dem Kind einen kleinen Stoß.

Der Thron, der sich oben erhob, war zu beiden Seiten von Schwärze umgeben, Riesennetze der Dunkelheit, die vom Dachgestühl zu fallen schienen. Ob es Vorhänge oder nur Schatten waren, blieb dem Auge verborgen. Der Thron selbst war schwarz, an den Armlehnen und der Rückenlehne schimmerte es schwach von Gold und Edelsteinen. Er war riesig. Ein Mensch hätte darin wie ein Zwerg ausgesehen. Er war nicht nach menschlichen Dimensionen gemessen. Er stand leer. Nichts saß darin außer den Schatten.

Allein kletterte das Kind vier von den sechs Stufen aus rotem Marmor hinauf. Sie waren so breit und hoch, daß es beide Füße auf eine Stufe heben mußte, bevor es die nächste in Angriff nehmen konnte. Auf der mittleren Stufe, direkt vor dem Thron, stand ein einfacher Holzblock, der oben ausgehöhlt war. Das Kind ließ sich auf beide Knie nieder, legte den Kopf in die Höhlung und wandte sich ein wenig zur Seite. Es kniete, ohne sich zu bewegen.

Eine Gestalt, in weiße Wolle gekleidet und gegürtet, trat plötzlich aus den Schatten rechts vom Thron hervor und schritt die Stufen herab auf das Kind zu. Das Gesicht war von einer weißen Maske bedeckt. In der Hand hielt sie ein Schwert aus glänzendem Stahl, fünf Fuß lang. Ohne ein Wort zu sprechen und ohne zu zögern schwang sie das Schwert mit beiden Händen in die Höhe und hielt es über den Hals des kleinen Mädchens. Die Trommeln verstummten.



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